Der Schlag kam ohne jede Vorwarnung. Mein Sohn schlug mir mitten ins Gesicht, nur weil ich seine Frau gebeten hatte, nicht in meiner Nähe zu rauchen. Meine Brille zerbrach auf dem Boden, und…

Der Schlag kam ohne jede Vorwarnung. Mein Sohn schlug mir mitten ins Gesicht, nur weil ich seine Frau gebeten hatte, nicht in meiner Nähe zu rauchen. Meine Brille zerbrach auf dem Boden, und...

Klaus Ehrenberg stand in der Küche und spülte das Geschirr, als das Klicken eines Feuerzeugs die Stille zerbrach. Der Tabakrauch kroch ihm in die Lungen, noch bevor er sich umdrehte. Sabine saß am Tisch, die Beine übereinandergeschlagen, und ließ die Asche direkt in seine Teetasse fallen. Bitte, Sabine, sagte er und hielt ihr sein Inhalationsspray entgegen.

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Ich habe Asthma. Könntest du auf dem Balkon rauchen? Sie zog nur tief an ihrer Zigarette und blies den Rauch an die Decke. Das ist auch meine Küche, sagte sie.

Wenn es dir nicht passt, dann geh doch. Dann kam Andreas herein. Klaus wiederholte seine Bitte, leiser, fast flehend. Der Schlag kam ohne jede Vorwarnung.

Die Faust traf sein Gesicht, die Brille zersprang auf dem Boden. Klaus stürzte und sah die Scherben vor sich liegen. Über ihm stand sein Sohn: Halt endlich dein Maul, du stinkender alter Mann. Sabine grinste.

Das war längst überfällig. Klaus sammelte die Scherben auf. Seine Hände zitterten. Fünfzehn Jahre lang hatte er diese Erniedrigung ertragen.

Fünfzehn Jahre lang hatte er geschwiegen über das, was er wirklich besaß. Er krabbelte in sein Zimmer, schloss die Tür und wählte eine Nummer, die er seit Jahren nicht gewählt hatte. Am nächsten Morgen klopfte es zum ersten Mal seit Jahren an seiner Tür. Andreas trat ein.

Sein Gesicht war grau, die Augen rot. Er hatte die ganze Nacht nachgedacht. Ich habe mich wie das letzte Arschloch benommen, flüsterte er. Klaus sah seinen Sohn an und legte ihm die Hand auf die Schulter.

Ich gehe nicht aus Rache. Ich gehe, weil ich leben will. Liebe bedeutet nicht, dass ich alles ertragen muss. Sabine platzte herein und verlangte, dass Andreas aufstand.

Diesmal blieb er sitzen. Ich rede mit meinem Vater, sagte er ruhig. Das Taxi wartete unten. Andreas trug den Koffer.

An der Tür umarmte Klaus seinen Sohn zum ersten Mal seit Jahren. Sohn ist man nicht durch Geburt, sondern durch Liebe. Er legte einen Umschlag auf die Kommode und ging. Unten wartete eine Frau, die er erst gestern kennengelernt hatte.

Sonja nahm seine Hand. Nach Hause? fragte sie. Klaus nickte.

Nach Hause. Andreas öffnete den Umschlag. Darin lagen die zerbrochene Brille und ein Zettel. Das ist alles, was du mir in 15 Jahren gelassen hast.

Eine zerbrochene Brille und ein gebrochenes Herz. Aber ein Herz kann man wieder zusammenfügen. Andreas stand lange am Fenster und hielt die Brille seines Vaters in den Händen. Hinter ihm schlug die Tür zu.

Sabine verließ die Wohnung. Er hörte sie nicht. Er hörte nur die Stimme seines Vaters. Er wandte sich vom Fenster ab.

Er hatte viel zu tun.