Stell dir vor, du hörst die Schreie von 90 Kindern, die in einer Schule gefangen sind – hungrig, verängstigt, allein. Ihre Eltern wurden bereits ermordet, ihre Leichen in Massengräbern verscharrt….

Stell dir vor, du hörst die Schreie von 90 Kindern, die in einer Schule gefangen sind – hungrig, verängstigt, allein. Ihre Eltern wurden bereits ermordet, ihre Leichen in Massengräbern verscharrt....

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939, als Nazi-Deutschland Polen überfiel. Am Sonntag, dem 22. Juni 1941, startete Hitler unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ den Überfall auf die Sowjetunion.

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Was zunächst wie ein militärischer Feldzug aussah, wurde schnell zu einem Vernichtungskrieg ohnegleichen. Die deutschen Armeen stießen mit brutaler Geschwindigkeit nach Osten vor. Hinter der Front folgten die Einsatzgruppen – mobile Mordkommandos der SS, die nicht nur erobertes Gebiet sichern, sondern gezielt ganze Bevölkerungsgruppen auslöschen sollten. Juden, Kommunisten und andere, die das Nazi-Regime als Feinde betrachtete, wurden systematisch verfolgt.

Eine Stadt nach der anderen fiel. Überall breiteten sich Massenerschießungen aus, oft unter Beteiligung örtlicher Kollaborateure und im Beisein der Wehrmacht. Bis zum Spätsommer 1941 waren nicht mehr nur jüdische Männer das Ziel – nun waren auch Frauen und Kinder zum Tod verurteilt. In Bila Zerkwa, einer Stadt mit etwa 35.

000 Einwohnern rund 80 Kilometer südlich von Kiew, wurde die erwachsene jüdische Bevölkerung systematisch erschossen. Ihre Leichen blieben in Massengräbern am Stadtrand zurück. Doch etwa 90 Kinder überlebten zunächst – einige noch im Säuglingsalter. Sie wurden in einem Schulgebäude festgehalten, wo sie nach Nahrung, Trost und ihren Eltern schrien.

Das Schicksal dieser Kinder wurde lange erörtert und hinausgezögert. Schließlich traf Generalfeldmarschall Walter von Reichenau, Befehlshaber der 6. Armee, die Entscheidung. Ende August 1941, nach zwei Tagen Massenerschießungen der Erwachsenen, wurden auch die letzten Opfer getötet – die jüdischen Kinder.

Damit war das Massaker von Bila Zerkwa vollendet. Doch dieses Verbrechen blieb nicht ungesühnt. Einige der Täter mussten später für ihre Taten bezahlen.

Die Geschichte erinnert daran, wie schnell aus Krieg Vernichtung wird – und wie wichtig es ist, niemals zu vergessen.