Heinrich Mühler war 75 Jahre alt und hatte sein ganzes Leben als Hausmeister gearbeitet. Er hatte Böden geschrubbt, Toiletten geputzt und nie viel Geld besessen. An diesem kalten Januarvormittag stand er vor dem Amtsgericht München – angeklagt wegen Mordes ersten Grades. Die Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haft.

Die Beweise, so hieß es, seien erdrückend. Der Richter, Klaus Schneider, blätterte gelangweilt in den Akten. Er schien sich auf eine schnelle Verurteilung zu freuen. Heinrich hatte keinen Pflichtverteidiger.
Er wollte sich selbst verteidigen, denn er hatte kein Geld und kein Vertrauen in das System. Doch genau in dem Moment, als der Richter den Fall eröffnen wollte, öffneten sich die schweren Eichentüren des Saals. Drei junge Frauen traten ein – elegant gekleidet, mit Aktentaschen voller Dokumente und dem gleichen entschlossenen Blick. Sie gingen direkt nach vorne und stellten sich neben Heinrich.
Die Älteste der drei ergriff das Wort. „Euer Ehren, mein Name ist Dr. Sophie Berger.


