Ich stand in der Küche und machte mir einen Kaffee, als das Telefon klingelte. Es war Sophie, und ihre Stimme klang seltsam ruhig, fast zu ruhig. “Sie hat angerufen. Sie will mich sehen”, sagte…

Ich stand in der Küche und machte mir einen Kaffee, als das Telefon klingelte. Es war Sophie, und ihre Stimme klang seltsam ruhig, fast zu ruhig. "Sie hat angerufen. Sie will mich sehen", sagte...

Die Nachricht von Sophie ließ Lukas innehalten. *Meine Mutter hat mich angerufen. Sie will mich sehen. * Er wusste, was das bedeutete.

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Margarete Hoffmann gab nicht auf. Der Skandal um ihre illegalen Machenschaften hatte ihr Imperium erschüttert, die Behörden ermittelten, ihre Geschäftspartner distanzierten sich. Doch sie wollte kämpfen. „Das klingt nicht gut”, sagte er, als er sie zurückrief.

„Sie will dich manipulieren. ”

„Ich weiß”, erwiderte Sophie leise. „Aber ich kann nicht einfach nein sagen. Ich muss ihr in die Augen schauen und ihr sagen, dass es vorbei ist.

„Lass mich mitkommen. ”

„Nein. Das muss ich allein tun. ”

Er wollte protestieren, doch er wusste, dass Sophie ihre eigene Schlacht schlagen musste.

„Versprich mir, dass du auf dich aufpasst. ”

„Ich verspreche es. ”

Sophie stand vor der Villa, in der sie aufgewachsen war. Früher hatte sie sich hier sicher gefühlt, doch jetzt war alles anders.

Der Butler führte sie ins große Wohnzimmer, wo Margarete bereits auf sie wartete. Ihre Mutter wirkte erschöpft. Ihr makelloses Äußeres war noch da, aber etwas in ihren Augen war gebrochen. „Du hast mich verraten”, sagte Margarete.

„Ich habe die Wahrheit gesagt. ”

Margaretes Kiefer spannte sich. „Die Wahrheit? Die Wahrheit ist, dass du mich vor aller Welt gedemütigt hast.

Ich habe dir alles gegeben, und du hast mich wie eine Fremde behandelt. ”

„Nein, Mutter. Du hast mich nie wirklich geliebt. Du hast mich kontrolliert.

Und als ich meinen eigenen Weg gehen wollte, hast du versucht, mich und Lukas zu vernichten. ”

„Dieser Mann hat dich gegen mich aufgehetzt. Er hat dich benutzt. ”

„Du liegst falsch, Mutter.

Lukas hat mich nicht verändert. Er hat mir geholfen, mich selbst zu finden. ”

Margarete atmete scharf ein. „Ich kann dir vergeben.

Ich kann das alles vergessen. Komm nach Hause. Lass diesen Mann gehen, bevor er dich endgültig zerstört. ”

Sophie lachte bitter.

„Ich werde nicht gehen, und ich werde Lukas nicht verlassen. Weißt du warum? Weil ich ihn liebe. Und weil ich es leid bin, nach deinen Regeln zu leben.

Margarete starrte sie mit kalten Augen an. Dann sagte sie leise: „Du bist nicht mehr meine Tochter. ”

Sophie fühlte einen Stich. Trotz allem war Margarete ihre Mutter.

Und sie hatte gehofft, dass es noch eine Möglichkeit zur Versöhnung gab. Aber jetzt wusste sie es sicher. „Dann ist es so”, sagte sie leise. Sie drehte sich um und ging aus der Villa.

Ohne sich noch einmal umzusehen. Als Sophie in Berlin aus dem Zug stieg, wartete Lukas bereits am Bahnsteig. Als sie ihn sah, fiel all die Anspannung von ihr ab. Sie lief auf ihn zu und warf sich in seine Arme.

„Es ist vorbei”, flüsterte sie. Lukas hielt sie fest. „Ja. Es ist vorbei.

Doch Freiheit hatte ihren Preis. In den kommenden Wochen zog sich Margarete Hoffmann vollständig aus der Öffentlichkeit zurück. Ihre Unternehmen brachen zusammen, ihre Kontakte wandten sich von ihr ab. Lukas hingegen erlebte den Höhepunkt seiner Karriere.

Sein erstes Album erreichte die Spitze der Charts. Eines Abends saß er mit Sophie auf seinem Balkon in Berlin, das Lichtermeer der Stadt unter ihnen. „Denkst du, sie wird uns jemals vergeben? “, fragte sie leise.

Lukas legte einen Arm um sie. „Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber du hast deine eigene Familie jetzt.

Sophie sah ihn an und lächelte. „Ja. Ich habe dich. ”

Er küsste sie sanft.

Zum ersten Mal fühlte sich alles richtig an. Ihr neues Leben hatte begonnen, und dieses Mal konnte niemand es ihnen nehmen. Die Wochen vergingen wie im Flug. Doch für Lukas fühlte es sich an, als wäre sein Leben in zwei völlig unterschiedliche Welten zerbrochen.

In der einen war er jetzt ein gefeierter Musiker. Sein Name war überall in den Medien, sein Album stand auf Platz eins, seine Songs liefen auf allen großen Radiostationen. Menschen, die ihn früher übersehen hatten, suchten jetzt seine Nähe. Doch in der Welt, die ihm wirklich etwas bedeutete, war er immer noch derselbe Lukas.

Der Mann, der sich nach einem einfachen, echten Leben sehnte. Und der Mann, der sich vor nichts mehr fürchtete, als Sophie zu verlieren. Er beobachtete sie oft in stillen Momenten. Sie wirkte manchmal abwesend, als würde sie noch immer mit den Folgen des Bruchs mit ihrer Mutter kämpfen.

Margarete hatte sich nie wieder bei ihr gemeldet, und Sophie hatte keine Versuche unternommen, Kontakt aufzunehmen. Eines Abends standen sie gemeinsam auf dem Balkon ihrer Berliner Wohnung. „Lukas, hast du dir je überlegt, was du wirklich willst? “, fragte sie.

„Wie meinst du das? ”

„Du hast jetzt alles erreicht, wofür du gekämpft hast. Dein Name ist bekannt. Du kannst Musik machen.

Aber bist du glücklich? ”

Lukas lehnte sich an die Brüstung. „Ich weiß es nicht. Die letzten Monate waren wie ein Sturm.

Ich bin von einer Sache zur nächsten gerannt. Jetzt, wo all das vorbei ist, habe ich keine Ahnung, was als Nächstes kommt. ”

„Mir geht es genauso. ”

Er drehte sich zu ihr.

„Was würdest du tun, wenn du eine Pause machen könntest? Wenn es keinen Druck gäbe? Keine Erwartungen? ”

Sophie lächelte nachdenklich.

„Ich würde reisen. Weg aus Deutschland. Irgendwohin, wo uns niemand kennt. Wo wir einfach sein können.

Lukas betrachtete sie lange. „Dann lass es uns tun. ”

Sophie hob überrascht die Augenbrauen. „Meinst du das ernst?

„Ja. Ich habe alles, was ich wollte. Aber was bringt mir all das, wenn wir nicht einfach mal das Leben erleben können, ohne ständig unter Beobachtung zu stehen? ”

Sophie lachte.

„Lukas Weber, der Rockstar, will einfach abhauen? ”

„Ja”, sagte er ernst. „Ich will mit dir abhauen. ”

Sie sah ihn lange an, dann umfasste sie sein Gesicht mit ihren Händen.

„Dann lass uns verschwinden. ”

Zwei Tage später standen sie am Flughafen. „Das fühlt sich verrückt an”, sagte Sophie, während sie durch das Terminal gingen. „Es ist verrückt”, erwiderte Lukas und grinste.

„Aber genau das ist es, was ich jetzt brauche. ”

„Wohin genau fliegen wir? ”

„Italien. Ich will das Meer sehen.

Ich will Pasta essen, die so gut ist, dass sie mich zum Weinen bringt. Ich will auf einem Balkon in Rom sitzen und mich für ein paar Wochen nicht darum kümmern, was als Nächstes kommt. ”

Sophie lachte. „Das klingt perfekt.

Das Flugzeug hob ab, und mit jedem Kilometer, den sie zurücklegten, fühlte sich Lukas leichter. Sie liefen nicht vor etwas davon. Sie liefen auf etwas Neues zu. Ein Leben, das ihnen gehörte.

Drei Jahre später stand Lukas auf einer großen Bühne. Die Nacht war warm, der Himmel in tiefes Dunkelblau getaucht, während tausende Menschen in der Arena auf die Bühne blickten. Er stand im grellen Licht, die Gitarre in den Händen, die Finger leicht zitternd. Nicht vor Angst, sondern vor Aufregung.

Drei Jahre war es her, seit er und Sophie zusammen aus Deutschland verschwunden waren. Sie hatten sich die Freiheit genommen, die sie brauchten. Sie waren gereist, hatten sich verloren und wiedergefunden. Und jetzt war er zurück.

Ein letztes Mal warf er einen Blick zur Seite, wo Sophie in der ersten Reihe stand, ihre Augen voller Stolz auf ihn gerichtet. Er lächelte, strich mit den Fingern über die Gitarrensaiten und begann zu singen. Das Publikum tobte.