Ich stand im Tierheim und hörte, wie die Pflegerin sagte: „Belial hatte noch nicht mal eine einzige Anfrage.“ Dabei ist er der verschmusteste Wolfshund, den ich je gesehen habe. Aber dann sah ich…

Ich stand im Tierheim und hörte, wie die Pflegerin sagte: „Belial hatte noch nicht mal eine einzige Anfrage.“ Dabei ist er der verschmusteste Wolfshund, den ich je gesehen habe. Aber dann sah ich...

„Belial hat noch nicht mal eine einzige Anfrage gehabt“, sage ich in die Kamera. „Dabei ist er so ein guter Hund. “

Belial ist ein Wolfshund-Mischling, der zusammen mit seinem Bruder Asmodan zu uns kam. Asmodan ist inzwischen vermittelt, aber Belial wartet immer noch.

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Er hat zwei Baustellen: Bei Hundebegegnungen ist er schnell überdreht, und Autofahren mag er nur mittelgut. Sonst ist er ein richtig toller Kerl, verschmust und lieb. Wir könnten ihn uns gut in einem Haus mit älteren Kindern vorstellen. Aber bisher hat sich niemand gemeldet, nicht mal jemand, der nicht passt.

Ich schaue zu Isa, die bei mir und Jenny auf einer Pflegestelle lebt. Sie kam zu uns, weil ihre Besitzerin ins Pflegeheim musste und die restliche Familie sie nicht behalten konnte. Der Verein war rappelvoll, aber Jenny und ich hatten gerade unseren Pflegehund Freddy vermittelt. Wir haben gesagt: Kommt vorbei, wir schauen, ob es passt.

Isa zeigte sich unserem Kind und unseren Hunden gegenüber unauffällig. Also durfte sie bleiben. Seitdem ist sie so gut angekommen. Sie ist ein sehr angenehmer Hund im Haus, draußen auch.

Wenn Fremde reinkommen, muss man es ein bisschen managen, aber sie ist schon viel besser geworden. Sie schlägt kaum noch an. Sie ist jetzt fünf Jahre alt, super freundlich und verschmust. Einmal hatten wir schon Interessenten da, aber es war nicht das perfekte Match.

Da wäre sie Dritthund gewesen und hätte mit zur Arbeit gemusst, aber die Arbeit war nicht optimal strukturiert. Isa ist von Fremden nicht bestechlich. Sie will mit Fremden erstmal nichts zu tun haben. Früher musste sie weggesperrt werden, wenn der Pflegedienst kam.

Bei uns muss sie das nicht. Als die Interessenten da waren, hat sie sich nach fünf Minuten anfassen lassen. Das wäre nach der Beschreibung der alten Besitzer undenkbar gewesen. In einem anderen Tierheim wurde sie abgelehnt, weil sie zu aggressiv sei.

Dabei zeigt sie sich hier ganz anders. Sie bleibt stundenweise gut alleine, fährt gut in der Box im Auto mit, begleitet einen gerne auf Ausflüge. Sie ist fit und verträglich mit anderen Hunden. Sie neigt zum Leinepöbeln, aber das haben wir bei uns noch nicht so sehr gesehen.

Wir unterbinden das sofort. Bevor sie zu ihrer letzten Besitzerin kam, hatte sie wohl schon drei vorherige Familien und kam ursprünglich aus dem Ausland. Wir wollen, dass sie endlich ankommen darf. Dafür brauchen wir die perfekte Anfrage.

Ich hole ihr frisches Wasser, weil sie den Napf vorhin umgeschmissen hat. Dann gehe ich zu Knödel, der ursprünglich aus Rumänien kommt und bei uns als Dauerpflegestelle lebt. Er ist ganz nass vom Gassi und stinkt wie ein nasser Hund, aber ich mag ihn sehr. Dann sind da noch Dolly, eine französische Bulldogge, die als Privatabgabe kam und früher als Mehrerhündin dienen musste, und Ronaldo, ein Endlebucher, der noch sein Perfect Match sucht.

Und dann sind da noch Hanami und Jaro, zwei kleine Spitze, die als Fundtiere zu uns kamen. Sie sind beide noch auf der Suche. Wenn ich reinkomme, sind sie sofort aufgedreht. Sie pushen sich gegenseitig hoch, deshalb können wir uns gut vorstellen, sie getrennt zu vermitteln.

Neulich war jemand mit Hanami unterwegs, und als sich eine Fremde zu ihr setzte, war sie wie ausgewechselt – richtig chillig. Aber zusammen sind sie einfach zu aufgeregt. Ich hoffe, dass alle bald ein Zuhause finden.

Sie sind alle so tolle Tiere.