TEIL 1 – DER MANN, DER PRAG IN EINEN STAAT DES TERRORS VERWANDELTE
Am 15. März 1939 marschierten deutsche Truppen in die tschechischen Gebiete Böhmen und Mähren ein. Nur wenige Monate zuvor hatte Adolf Hitler im Münchner Abkommen das Sudetenland erhalten und versprochen, damit seine territorialen Forderungen zu beenden. Nun war dieses Versprechen wertlos. Hitler kam am folgenden Tag persönlich nach Prag und verkündete von der Prager Burg aus die Errichtung des sogenannten Protektorats Böhmen und Mähren. Doch während die deutsche Besatzungsmacht ihre Herrschaft organisierte, arbeitete bereits ein Mann im Hintergrund daran, aus diesem Protektorat einen Ort zu machen, an dem Widerstand mit Gefängnis, Folter und Tod beantwortet wurde. Sein Name war Karl Hermann Frank.

Wenn euch historische Geschichten interessieren, die zeigen, wie aus politischen Entscheidungen konkrete menschliche Katastrophen wurden, bleibt bis zum Ende dabei. Denn Karl Hermann Frank war nicht Adolf Hitler, nicht Heinrich Himmler und auch nicht Reinhard Heydrich. Trotzdem gehörte er zu den mächtigsten Männern im Protektorat. Und nach Heydrichs Tod sollte er eine Vergeltung organisieren, deren Name bis heute weltweit bekannt ist: Lidice.
Karl Hermann Frank wurde am 24. Januar 1898 in Karlsbad geboren, damals Teil Österreich-Ungarns.
Sein Vater Heinrich war Volksschullehrer und ein überzeugter deutscher Nationalist. Schon als Kind wurde Karl deshalb mit der Idee vertraut gemacht, dass die deutschsprachige Bevölkerung in Böhmen und Mähren politisch und kulturell zu Deutschland gehören sollte.
Frank wuchs in einer Zeit auf, in der Nationalismus in Mitteleuropa immer stärker wurde. Die alte Ordnung der Habsburgermonarchie begann zu zerfallen, und junge Menschen mussten sich plötzlich mit einer völlig neuen politischen Realität auseinandersetzen.
Als Karl etwa neun oder zehn Jahre alt war, geschah ein Unfall, der sein Leben dauerhaft verändern sollte.
Beim Spielen traf ihn ein Stein direkt am rechten Auge.
Die Verletzung war so schwer, dass Ärzte über Jahre versuchten, das Auge zu retten.
Es gelang nicht.
Schließlich musste das Auge entfernt werden.
Frank erhielt ein Glasauge und blieb auf der rechten Seite blind.
Als am 28. Juli 1914 der Erste Weltkrieg begann, war Karl Hermann Frank gerade sechzehn Jahre alt.
Er wollte unbedingt Soldat werden.
Er versuchte, sich in die österreichisch-ungarische Armee einzuschreiben.
Doch wegen seiner Verletzung wurde er abgelehnt.
Für einen jungen Mann, der sich stark mit dem deutschen Nationalismus identifizierte, muss diese Ablehnung eine schwere Enttäuschung gewesen sein.
Er konnte nicht das militärische Leben führen, das er sich vorgestellt hatte.
Doch die politischen Umstände sollten ihm später andere Möglichkeiten eröffnen.
Im Oktober 1918 erklärte der tschechoslowakische Nationalrat in Prag die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei.
Der neue Staat war ethnisch vielfältig.
Etwa die Hälfte der Bevölkerung waren Tschechen.
Deutsche und Slowaken stellten große Minderheiten.
Frank gehörte zur deutschsprachigen Bevölkerung der Tschechoslowakei.
Er wurde zu einem überzeugten Sudetendeutschen.
Für ihn war die neue politische Ordnung keine Lösung.
Er wollte, dass die deutschsprachigen Gebiete der Tschechoslowakei Teil des Deutschen Reiches wurden.
1919 trat Frank einer völkisch-nationalistischen Partei bei, die später unter dem Namen Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei auftrat.
Seine politische Orientierung wurde damit immer radikaler.
1925 eröffnete er in Karlsbad eine Buchhandlung.
Doch es war keine gewöhnliche Buchhandlung.
Er vertrieb nationalsozialistische Literatur.
Damit verband Frank seine politische Tätigkeit zunehmend mit einem öffentlichen Netzwerk innerhalb der sudetendeutschen nationalistischen Bewegung.
Als Adolf Hitler 1933 in Deutschland an die Macht kam, veränderte sich die politische Lage in Europa dramatisch.
Die Nationalsozialisten begannen in Deutschland, Demokratie und Menschenrechte abzuschaffen.
Politische Gegner wurden verfolgt.
Konzentrationslager entstanden.
Juden wurden systematisch entrechtet.
Und gleichzeitig erhob Hitler immer aggressiver territoriale Forderungen.
Das Sudetenland wurde zum nächsten Ziel.
Die deutschsprachige Bevölkerung dort wurde von der NS-Propaganda zunehmend als angeblich unterdrückte deutsche Minderheit dargestellt.
Hitler behauptete, Deutschland müsse die Sudetendeutschen „befreien“.
Frank unterstützte diese Politik mit voller Überzeugung.
Im Frühjahr und Sommer 1938 verschärfte sich die Krise.
Hitler drohte offen mit Krieg, falls die Tschechoslowakei das Sudetenland nicht an Deutschland abtreten würde.
Das Gebiet war jedoch strategisch außerordentlich wichtig.
Dort befanden sich bedeutende tschechoslowakische Verteidigungsstellungen.
Ein Verlust des Sudetenlandes würde die Verteidigungsfähigkeit der Tschechoslowakei massiv schwächen.
Trotzdem trafen sich die Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Deutschlands Ende September 1938 in München.
Die tschechoslowakische Regierung wurde nicht gleichberechtigt beteiligt.
Im Münchner Abkommen wurde die Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland beschlossen.
Hitler versprach im Gegenzug, keine weiteren territorialen Forderungen zu stellen.
Es dauerte weniger als sechs Monate, bis sich dieses Versprechen als Lüge erwies.
Für Frank war die Annexion des Sudetenlandes ein Triumph.
Er wurde stellvertretender Gauleiter der NSDAP im Sudetenland.
Am 1. November 1938 trat er sowohl der NSDAP als auch der SS bei.
Seine politische Karriere beschleunigte sich.
Dann kam der 15. März 1939.
Deutsche Truppen marschierten in die verbliebenen tschechischen Gebiete ein.
Böhmen und Mähren wurden besetzt.
Hitler reiste nach Prag.
Am 16. März verkündete er von der Prager Burg aus die Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren.
Die Tschechoslowakei, wie sie nach dem Ersten Weltkrieg entstanden war, existierte nicht mehr.
Die deutsche Besatzung begann.
Und Karl Hermann Frank stieg innerhalb des neuen Systems weiter auf.
Er wurde zum Staatssekretär des Reichsprotektors ernannt.
Außerdem erhielt er eine der mächtigsten Positionen im Sicherheitsapparat.
Heinrich Himmler ernannte ihn zum Höheren SS- und Polizeiführer im Protektorat.
Damit kontrollierte Frank große Teile des nationalsozialistischen Polizei- und Sicherheitsapparats.
Unter seine Zuständigkeit fielen unter anderem der Sicherheitsdienst, die Sicherheitspolizei, die Gestapo und die Kriminalpolizei.
Das bedeutete eine enorme Machtkonzentration.
Frank konnte damit auf die Instrumente zurückgreifen, mit denen das NS-Regime Gegner überwachte, verhaftete, verhörte und in Konzentrationslager deportierte.
Die Besatzung traf die jüdische Bevölkerung besonders hart.
Neue antisemitische Gesetze schlossen Juden systematisch aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben aus.
Bankkonten wurden eingefroren.
Unternehmen und Immobilien durften nicht mehr frei verkauft werden.
Jüdisches Eigentum wurde beschlagnahmt und von deutschen Stellen übernommen.
Nach den im Ausgangsmaterial genannten Angaben wurde jüdisches Eigentum im Protektorat im Gesamtwert von etwa einer halben Milliarde Dollar beschlagnahmt, was heute ungefähr elf Milliarden US-Dollar entsprechen würde.
Hinter solchen Zahlen standen Menschen.
Familien verloren Häuser.
Unternehmen.
Ersparnisse.
Arbeitsplätze.
Und schließlich ihre Freiheit.
Frank war Teil dieses Systems.
Im Februar 1940 ließ er sich von seiner ersten Frau Anna Müller scheiden.
Die Ehe hatte seit Januar 1921 bestanden.
Das Paar hatte zwei Söhne.
Nur zwei Monate später heiratete Frank Carola Blaschek.
Sie war Ärztin und fünfzehn Jahre jünger als er.
Gemeinsam bekamen sie drei Kinder: die Töchter Edda und Holle sowie den Sohn Wolf Dietrich.
Während Frank privat eine neue Familie gründete, entwickelte sich seine politische Karriere weiter.
Doch innerhalb der deutschen Führung gab es bereits Streit darüber, wie das Protektorat regiert werden sollte.
Konstantin von Neurath, der offiziell als Reichsprotektor eingesetzt worden war, hatte versucht, das Gebiet mit einer Mischung aus Unterdrückung und begrenzten Zugeständnissen zu kontrollieren.
Aus Sicht Hitlers war das nicht hart genug.
Der Widerstand der Tschechen sollte nach nationalsozialistischer Vorstellung stärker unterdrückt werden.
Im September 1941 wurde Neurath deshalb von seinen täglichen Entscheidungsbefugnissen entbunden.
Er blieb zwar formal Reichsprotektor.
Die tatsächliche Macht über das Protektorat erhielt jedoch ein anderer Mann.
Reinhard Heydrich.
Heydrich war einer der wichtigsten Männer des NS-Terrors.
Er gehörte zu den zentralen Organisatoren des Holocaust und leitete einen riesigen Sicherheitsapparat.
Als er im September 1941 in Prag eintraf, machte er sofort klar, dass er keine Kompromisse suchte.
Er sollte den Widerstand brechen.
Er sollte die tschechische Industrie für die deutsche Kriegswirtschaft sichern.
Und er sollte die nationalsozialistische Rassenpolitik durchsetzen.
Frank und Heydrich waren zunächst Konkurrenten.
Beide waren ehrgeizig.
Beide wollten Macht.
Beide waren bereit, Gewalt einzusetzen.
Doch ihre Interessen überschnitten sich.
Bald arbeiteten sie eng zusammen.
Das Ergebnis war eine Verschärfung des Terrors.
Verhaftungen nahmen zu.
Hinrichtungen wurden durchgeführt.
Der Druck auf die jüdische Bevölkerung wuchs.
Im Oktober 1941 begann die systematische Deportation tschechischer Juden.
Transporte führten unter anderem in das Ghetto Litzmannstadt im besetzten Polen.
Bis zum 3. November 1941 waren nach den Angaben des Ausgangsmaterials 5.000 Juden dorthin deportiert worden.
Nur 277 überlebten.
Im November 1941 wurde außerdem das Ghetto Theresienstadt eingerichtet.
Der erste Transport tschechischer Juden traf dort im selben Monat ein.
Theresienstadt sollte später zu einem zentralen Ort der Deportation und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung aus Böhmen und Mähren werden.
Parallel dazu richtete Heydrich eine Schreckensherrschaft gegen den tschechischen Widerstand ein.
Zwischen September 1941 und Anfang 1942 wurden Tausende Menschen verhaftet.
Nach den Angaben im Ausgangsmaterial wurden zwischen 4.000 und 5.000 Menschen festgenommen.
Hunderte wurden hingerichtet.
Frank war ein zentraler Bestandteil dieses Systems.
Er verfügte über den Polizeiapparat.
Heydrich verfügte über die politische und sicherheitspolitische Autorität.
Gemeinsam standen sie für eine Besatzungspolitik, die immer brutaler wurde.
Doch dann kam der 27. Mai 1942.
An diesem Morgen fuhr Reinhard Heydrich in einem offenen Mercedes durch Prag.
Er ahnte nicht, dass zwei tschechoslowakische Fallschirmjäger auf ihn warteten.
Josef Gabčík und Jan Kubiš waren Teil eines Widerstandsunternehmens, das von der tschechoslowakischen Exilregierung vorbereitet worden war.
Gabčík trat mit einer Maschinenpistole an das Fahrzeug heran.
Die Waffe versagte.
Kubiš griff daraufhin mit einer Bombe an.
Heydrich wurde schwer verletzt.
Zunächst schien es, als könnte er überleben.
Am 3. Juni saß er noch beim Mittagessen.
Doch wenige Stunden später brach sein Zustand zusammen.
Am 4. Juni 1942 starb Reinhard Heydrich.
Für die NS-Führung war sein Tod nicht nur eine persönliche Niederlage.
Er war eine Herausforderung.
Hitler wollte Vergeltung.
Und Frank war der Mann in Prag, der diese Vergeltung organisieren sollte.
Noch am Tag des Attentats verhängte Frank den Ausnahmezustand.
Eine Ausgangssperre wurde angeordnet.
Eine gewaltige Suchaktion begann.
Tausende Männer durchkämmten Prag und die Umgebung.
Zehntausende Häuser wurden durchsucht.
Menschen wurden verhaftet.
Die Täter blieben jedoch verschwunden.
Am 4. Juni waren bereits zahlreiche Menschen als Vergeltungsmaßnahmen hingerichtet worden.
Doch die Attentäter waren weiterhin frei.
Die NS-Führung wurde zunehmend wütend.
Am 9. Juni, dem Tag von Heydrichs Staatsbegräbnis in Berlin, verkündete Frank einen Befehl, der das Leben eines ganzen Dorfes verändern sollte.
Ein Dorf sollte vollständig vernichtet werden, wenn sich herausstellte, dass es die Attentäter versteckt hatte.
Alle Männer sollten erschossen werden.
Die Frauen sollten in Konzentrationslager deportiert werden.
Kinder, die nach nationalsozialistischen Kriterien als „germanisierungsfähig“ galten, sollten deutschen Familien übergeben werden.
Andere Kinder sollten getötet werden.
Das Dorf sollte niedergebrannt und vollständig zerstört werden.
Doch welches Dorf?
Die Nazis brauchten einen Vorwand.
Und sie fanden ihn in einem Liebesbrief.
Der Name Lidice tauchte während der Ermittlungen auf.
Es gab jedoch keinen belastbaren Beweis dafür, dass die Bewohner des Dorfes mit dem Attentat auf Heydrich verbunden waren.
Das spielte keine Rolle.
Die Entscheidung war gefallen.
Lidice wurde zum Ziel der Vergeltung.
Und Karl Hermann Frank spielte eine zentrale Rolle.
In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 1942 rückten deutsche Sicherheitskräfte in das Dorf ein.
Die Bewohner wussten nicht, dass sie in wenigen Stunden alles verlieren würden.
Familien wurden getrennt.
Männer wurden zusammengetrieben.
Frauen und Kinder wurden abgesondert.
Das Dorf wurde systematisch zerstört.
Die Männer wurden erschossen.
Die Frauen wurden deportiert.
Die Kinder wurden voneinander getrennt.
Einige wurden zur Germanisierung ausgewählt.
Andere wurden in den Tod geschickt.
Nach den Angaben des Ausgangsmaterials wurden insgesamt 340 Einwohner von Lidice ermordet: 192 Männer, 60 Frauen und 88 Kinder.
Die männlichen Einwohner wurden in einem Massengrab verscharrt.
Die Kinder, die nicht als „germanisierungsfähig“ eingestuft wurden, wurden im Vernichtungslager Chełmno ermordet.
Vier schwangere Frauen wurden in einem Krankenhaus zur Abtreibung gezwungen.
Das Dorf selbst sollte verschwinden.
Gebäude wurden zerstört.
Bäume gefällt.
Das Gelände verwüstet.
Lidice sollte nicht mehr existieren.
Doch die Nazis hatten nicht mit dem gerechnet, was aus diesem Namen werden würde.
Lidice wurde weltweit zum Symbol des nationalsozialistischen Terrors.
Der Name verbreitete sich über Zeitungen und Rundfunksender.
Menschen auf der ganzen Welt erfuhren von dem Dorf, das ausgelöscht worden war.
Aber für Frank war Lidice nicht das Ende.
Nur zwei Wochen später wurde ein weiteres tschechisches Dorf zerstört.
Ležáky.
Dort hatte die Gestapo einen Funksender gefunden, der mit dem Widerstandsnetzwerk der Fallschirmjäger verbunden war.
Die Reaktion war erneut brutal.
Alle erwachsenen Bewohner wurden ermordet.
Die Kinder wurden deportiert oder zur Germanisierung bestimmt.
Die Zahl der Menschen, die nach Heydrichs Tod durch Vergeltungsmaßnahmen getötet wurden, wird insgesamt auf mehr als 1.300 geschätzt.
Darunter waren Angehörige von Widerstandskämpfern.
Unterstützer.
Menschen aus der tschechischen Elite.
Und Menschen, deren einzige „Schuld“ darin bestand, zur falschen Zeit am falschen Ort zu leben.
Frank war inzwischen zu einem der mächtigsten Männer des Protektorats geworden.
Doch je größer seine Macht wurde, desto größer wurde auch die Verantwortung für seine Entscheidungen.
Im Juni 1943 wurde er zum SS-Obergruppenführer befördert.
Er wurde General der Polizei in Prag.
Später erhielt er auch einen hohen Rang innerhalb der Waffen-SS.
Im August 1943 wurde Frank zum Deutschen Staatsminister für Böhmen und Mähren ernannt.
Damit erreichte er den Höhepunkt seiner politischen Macht.
Die Tschechen nannten ihn den „Bluthund“.
Der Name war Ausdruck des Hasses auf den Mann, der die Besatzungspolitik mitgetragen und verschärft hatte.
Doch der Krieg entwickelte sich zunehmend gegen Deutschland.
Die Rote Armee rückte vor.
Die westlichen Alliierten näherten sich.
Im Protektorat wuchs der Widerstand.
1944 führte Frank persönlich Maßnahmen gegen Partisanen in Mähren durch.
Ziel war unter anderem die Zerschlagung der Jan-Žižka-Partisanenbrigade.
Die Einheit gehörte zu den größten Partisanenverbänden im Protektorat.
Am 3. November 1944 befahl Frank die standrechtliche Erschießung von Menschen, die als Partisanen oder Unterstützer verdächtigt wurden.
Die Leichen sollten 48 Stunden lang öffentlich aufgehängt werden.
Die Botschaft war klar:
Wer Widerstand leistet, soll nicht nur sterben.
Er soll als Warnung für alle anderen sichtbar bleiben.
Doch selbst diese brutale Strategie konnte den Widerstand nicht vollständig brechen.
Die Partisanenbrigade blieb bis zum Ende des Krieges aktiv.
Und dann kam der Zusammenbruch.
Im April 1945 erkannte Karl Hermann Frank, dass seine Herrschaft vorbei war.
Prag stand kurz vor dem Aufstand.
Die deutsche Front zerfiel.
Frank wollte fliehen.
Er wollte sich den Amerikanern ergeben, weil er befürchtete, in sowjetische Hände zu geraten.
Doch sein Plan scheiterte.
Die Amerikaner nahmen ihn schließlich fest.
Und dann begann seine letzte Reise.
Nicht nach Berlin.
Nicht in ein neues Amt.
Sondern nach Prag.
Dort wartete ein Gericht auf ihn.
Und dort würde er zum ersten Mal gezwungen werden, sich nicht als mächtiger Staatsminister, sondern als Angeklagter zu erklären.
Die Frage war nicht mehr, ob er Befehle geben konnte.
Die Frage war, wer für die Befehle verantwortlich war……
TEIL 2 – DAS URTEIL FÜR DEN „BLUTHUND“
Am 9. November 1945 wurde Karl Hermann Frank von amerikanischen Truppen festgenommen.
Seine Hoffnung, in amerikanische Gefangenschaft zu geraten und dadurch einer härteren Abrechnung zu entgehen, erfüllte sich nicht.
Frank wurde nach Prag ausgeliefert.
Dort sollte er sich vor einem tschechoslowakischen Volksgericht verantworten.
Der Mann, der während der deutschen Besatzung zu den mächtigsten Figuren im Protektorat gehört hatte, war nun ein Gefangener.
Keine Polizeieinheiten standen mehr zu seiner Verfügung.
Keine SS-Männer konnten Befehle ausführen.
Keine politische Organisation konnte ihn schützen.
Vor ihm lagen die Folgen seiner eigenen Entscheidungen.
Der Prozess begann im Frühjahr 1946.
Frank musste sich wegen Hochverrats und wegen seiner Verantwortung für die Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht verantworten.
Besonders schwer wogen die Massaker in Lidice und Ležáky.
Frank versuchte, seine persönliche Verantwortung herunterzuspielen.
Er erklärte, er habe lediglich Befehle ausgeführt.
Er stellte sich als Teil eines Systems dar, in dem andere die Entscheidungen getroffen hätten.
Er sei zwar mitverantwortlich.
Aber nicht persönlich schuldig an den einzelnen Morden.
Diese Verteidigung war typisch für viele ehemalige NS-Funktionäre.
Sie behaupteten, ihre Position habe sie zu Gehorsam verpflichtet.
Sie erklärten, Befehle hätten von Hitler, Himmler oder anderen höheren Stellen gestammt.
Doch genau diese Argumentation stand vor den Nachkriegsgerichten zunehmend unter Druck.
Denn ein Staat kann nicht dadurch jede Verantwortung beseitigen, dass jeder Täter auf einen Vorgesetzten verweist.
Frank hatte nicht nur Befehle erhalten.
Er hatte selbst Befehle weitergegeben.
Er hatte Maßnahmen organisiert.
Er hatte den Polizeiapparat kontrolliert.
Er hatte Vergeltungsaktionen angeordnet.
Und er war Teil der politischen Führung des Protektorats.
Besonders deutlich wurde dies bei Lidice.
Frank konnte nicht glaubwürdig behaupten, mit der Zerstörung des Dorfes nichts zu tun gehabt zu haben.
Seine Rolle war dokumentiert.
Die Entscheidung, das Dorf als Vergeltungsmaßnahme zu zerstören, war Teil der deutschen Besatzungspolitik, die er als einer ihrer höchsten Vertreter umsetzte.
Die Staatsanwaltschaft stellte deshalb die Frage, die Frank während seiner gesamten Verteidigung vermeiden wollte:
Wenn ein Befehl rechtswidrig und verbrecherisch ist, verschwindet die persönliche Verantwortung desjenigen, der ihn ausführt?
Frank wollte die Antwort offenbar bejahen.
Das Gericht nicht.
Sein Verteidiger war Kamil Ressler.
Er hatte eine schwierige Aufgabe übernommen.
Viele Anwälte wollten Frank nicht verteidigen.
Ressler erhielt deshalb den Spitznamen „Anwalt des Teufels“.
Doch er erfüllte seine Aufgabe nach den überlieferten Darstellungen ernsthaft und gewissenhaft.
Das ist ein wichtiger Bestandteil eines rechtsstaatlichen Verfahrens.
Auch ein Angeklagter, dessen Verbrechen schwer wiegen, hat das Recht auf Verteidigung.
Der Prozess sollte nicht nur Vergeltung sein.
Er sollte feststellen, was geschehen war.
Und wer dafür verantwortlich war.
Frank versuchte weiterhin, seine Rolle kleinzureden.
Er räumte ein, dass bestimmte Hinrichtungen nach menschlichem Empfinden und nach dem Gesetz als Mord betrachtet werden könnten.
Doch er bestritt seine persönliche Verantwortung.
Diese Haltung überzeugte das Gericht nicht.
Am 21. Mai 1946 wurde Karl Hermann Frank zum Tod durch den Strang verurteilt.
Das Urteil war der Abschluss einer außergewöhnlichen Karriere.
Ein Mann, der einst eine Buchhandlung betrieben und nationalsozialistische Literatur verkauft hatte, war zum höchsten deutschen Funktionär im Protektorat Böhmen und Mähren aufgestiegen.
Er hatte Zugriff auf Polizei und Sicherheitsdienste erhalten.
Er war an der Verfolgung jüdischer Menschen beteiligt.
Er hatte die Deportationen mitgetragen.
Er hatte den Widerstand bekämpft.
Er hatte die Vergeltung nach Heydrichs Tod organisiert.
Und er war mitverantwortlich für die Zerstörung von Lidice und Ležáky.
Nun wartete er selbst auf den Tod.
Doch auch in dieser letzten Phase zeigte sich ein bemerkenswerter Gegensatz.
Der Mann, der gegenüber der tschechischen Bevölkerung keine Gnade gezeigt hatte, bat nun selbst um Gnade.
Frank wandte sich an den tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš.
Er bat um Begnadigung.
In seinem Schreiben hoffte er darauf, dass der Sieger Gnade walten lassen würde.
Doch Beneš gewährte sie nicht.
Frank hatte von den Menschen, die unter seiner Herrschaft lebten, keine Gnade erwartet.
Nun bekam er selbst keine.
Seine Hinrichtung wurde öffentlich vollzogen.
Am 22. Mai 1946 versammelten sich Tausende Menschen vor dem Pankrác-Gefängnis in Prag.
Unter ihnen befanden sich auch sieben Frauen aus Lidice, die das Massaker überlebt hatten.
Sie standen in der Menge und warteten auf den Mann, dessen Name mit der Zerstörung ihres Dorfes verbunden war.
Für viele war es kein gewöhnliches Gerichtsende.
Es war die Konfrontation mit einem Vertreter der Macht, die ihnen ihre Familien genommen hatte.
Frank wurde zum Galgen geführt.
Um 13:37 Uhr wurde er gehängt.
Seine letzten Worte blieben nationalsozialistisch.
Er erklärte:
„Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben.“
Dann rief er die deutsche Nation und den deutschen Geist hoch.
Der Mann, der bis zum letzten Augenblick an der Ideologie festhielt, die Millionen Menschen ins Unglück gestürzt hatte, starb wenige Minuten später.
Nach den Angaben des Ausgangsmaterials blieb sein Körper insgesamt etwa 45 Minuten am Galgen.
Danach wurde er anonym beigesetzt.
Frank erhielt kein öffentliches Grab.
Kein Denkmal.
Keine feierliche Erinnerung.
Seine Leiche wurde auf einem Prager Friedhof in einem anonymen Grab beigesetzt.
Ironischerweise befand sich dort auch das Massengrab, in dem die Leichen der beiden Männer lagen, die Heydrich getötet hatten: Josef Gabčík und Jan Kubiš.
Der Mann, der ihre Verfolgung und die Vergeltung gegen ihre Landsleute organisiert hatte, wurde am Ende in derselben Umgebung begraben.
Doch für die Familie Frank bedeutete sein Tod nicht das Ende der Geschichte.
Seine zweite Ehefrau Carola wurde verhaftet.
Sie wurde in die Sowjetunion deportiert.
Dort erhielt sie eine zwölfjährige Haftstrafe.
Sie verbrachte etwa zehn Jahre in einem Gulag in Kasachstan und musste Zwangsarbeit leisten.
1955 wurde sie entlassen.
Doch nun stand sie vor einem neuen Problem.
Ihre drei Kinder waren während ihrer Abwesenheit unter anderen Namen in anderen Familien aufgewachsen.
Carola musste jahrelang nach ihnen suchen.
Die Familie, die Karl Hermann Frank während seiner Machtzeit scheinbar geschützt hatte, war nach seinem Sturz auseinandergerissen.
Seine Kinder mussten mit den Folgen leben, die sein politisches Leben hinterlassen hatte.
Doch ihre Geschichte darf nicht mit der ihres Vaters gleichgesetzt werden.
Kinder tragen nicht automatisch die Schuld ihrer Eltern.
Sie müssen nicht für die Verbrechen eines Familienmitglieds verantwortlich gemacht werden.
Die eigentliche Verantwortung blieb bei denen, die gehandelt hatten.
Und Karl Hermann Frank hatte gehandelt.
Seine Karriere zeigt, wie ein politischer Extremist innerhalb eines autoritären Systems immer mehr Macht gewinnen konnte.
Er begann als sudetendeutscher Nationalist.
Er unterstützte die Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich.
Nach der Annexion wurde er Teil des nationalsozialistischen Machtapparats.
Nach der Besetzung Böhmens und Mährens stieg er weiter auf.
Er übernahm Verantwortung für Polizei und Sicherheit.
Er arbeitete mit Reinhard Heydrich zusammen.
Er half dabei, den Widerstand zu unterdrücken.
Er war Teil der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
Und nach Heydrichs Tod setzte er die Vergeltungspolitik um.
Lidice wurde zum Symbol.
Nicht nur für die Brutalität des NS-Regimes.
Sondern auch dafür, wie eine ganze Dorfgemeinschaft zum Ziel staatlicher Rache gemacht werden konnte.
Die Bewohner von Lidice hatten keine faire Untersuchung erhalten.
Es gab keinen regulären Prozess.
Es gab keine individuelle Schuldprüfung.
Die Männer wurden zusammengetrieben und erschossen.
Frauen wurden deportiert.
Kinder wurden von ihren Familien getrennt.
Viele wurden ermordet.
Das Dorf wurde zerstört.
Die Nazis wollten nicht nur Menschen töten.
Sie wollten die Erinnerung an den Ort selbst auslöschen.
Doch genau das gelang ihnen nicht.
Lidice wurde weltweit bekannt.
Nach dem Krieg wurde der Name zum Symbol des Widerstands gegen nationalsozialistischen Terror.
Auch Ležáky blieb in Erinnerung.
Dort wurde ebenfalls eine Gemeinschaft ausgelöscht.
Die Erinnerung an diese Orte überlebte das Regime, das sie zerstören wollte.
Das ist vielleicht eine der größten Ironien der Geschichte.
Die Nationalsozialisten verfügten über enorme Macht.
Sie konnten Häuser zerstören.
Menschen deportieren.
Familien auseinanderreißen.
Dörfer dem Erdboden gleichmachen.
Aber sie konnten nicht kontrollieren, was die Welt nach ihrem Untergang über ihre Verbrechen erfahren würde.
Karl Hermann Frank konnte im Prozess behaupten, nur Befehle ausgeführt zu haben.
Doch die Geschichte betrachtet heute nicht nur seine Worte.
Sie betrachtet seine Position.
Seine Handlungen.
Seine Entscheidungen.
Und seine Rolle im System.
Das ist entscheidend.
Denn Diktaturen funktionieren nicht nur durch ihre obersten Führer.
Sie brauchen Menschen, die Befehle in konkrete Maßnahmen verwandeln.
Menschen, die Gesetze formulieren.
Menschen, die Polizei einsetzen.
Menschen, die Gefangenenlager verwalten.
Menschen, die Deportationen organisieren.
Menschen, die Hinrichtungen durchführen.
Menschen, die Vergeltungsaktionen anordnen.
Karl Hermann Frank war einer dieser Menschen.
Er war nicht Hitler.
Aber ohne Männer wie ihn konnte Hitlers Herrschaft nicht funktionieren.
Er war nicht Himmler.
Aber er war Teil von Himmlers SS-Apparat.
Er war nicht Heydrich.
Aber nach Heydrichs Tod setzte Frank dessen Terrorpolitik im Protektorat fort.
Das macht seine Geschichte historisch bedeutsam.
Nicht weil er der bekannteste Täter war.
Sondern weil seine Karriere zeigt, wie lokale und regionale Machtzentren mit der zentralen NS-Führung verbunden waren.
Seine Geschichte zeigt auch, wie Propaganda und Nationalismus den Weg für Besatzung und Gewalt bereiteten.
Zunächst wurde den Sudetendeutschen erzählt, sie seien Opfer.
Dann wurde das Sudetenland annektiert.
Dann wurde die restliche Tschechoslowakei besetzt.
Dann wurden Juden entrechtet.
Dann wurden Menschen deportiert.
Dann wurde Widerstand mit Massenverhaftungen beantwortet.
Und schließlich wurden ganze Dörfer vernichtet.
Der Übergang geschah nicht in einem einzigen Moment.
Er erfolgte Schritt für Schritt.
Genau darin liegt eine der wichtigsten Lehren.
Die größten Verbrechen beginnen nicht immer mit einem Befehl, Menschen zu töten.
Sie beginnen häufig mit Worten.
Mit der Behauptung, bestimmte Menschen seien weniger wert.
Mit der Behauptung, ein Volk müsse „heim ins Reich“.
Mit der Behauptung, Sicherheit erfordere Ausnahmezustand.
Mit der Behauptung, Gegner seien keine politischen Gegner, sondern Feinde, die vernichtet werden müssten.
Frank wurde Teil dieser Entwicklung.
Und als er am Ende vor Gericht stand, war seine Macht verschwunden.
Er konnte keine Polizei mehr schicken.
Keine Gestapo einsetzen.
Keine Dörfer zerstören.
Er konnte nur noch argumentieren.
Und argumentieren mit einem System, dessen Zusammenbruch längst bewiesen hatte, wohin seine Ideologie geführt hatte.
Sein letzter Versuch war die Bitte um Gnade.
Doch der Mann, der selbst keine Gnade gezeigt hatte, erhielt sie nicht.
Am 22. Mai 1946 endete sein Leben am Galgen von Pankrác.
Doch die Geschichte von Böhmen und Mähren endete damit nicht.
Die Überlebenden von Lidice mussten weiterleben.
Frauen kehrten aus Konzentrationslagern zurück.
Kinder wurden gesucht.
Familien versuchten, ihre Identität und ihre Vergangenheit wiederzufinden.
Einige Orte konnten wieder aufgebaut werden.
Andere Erinnerungen blieben als Wunden.
Lidice wurde wieder aufgebaut.
Aber nicht so, wie es vorher gewesen war.
Der ursprüngliche Ort wurde zum Mahnmal.
Heute steht der Name Lidice für die Opfer der nationalsozialistischen Besatzung.
Und vielleicht ist das der endgültige Gegensatz zu Karl Hermann Frank.
Frank wollte, dass Lidice verschwindet.
Die Geschichte sorgte dafür, dass Lidice nie vergessen wurde.
Er wollte Angst verbreiten.
Die Erinnerung machte aus Lidice ein Symbol.
Er wollte Widerstand brechen.
Die Namen der Widerstandskämpfer Josef Gabčík und Jan Kubiš wurden bewahrt.
Er wollte die tschechische Bevölkerung einschüchtern.
Doch die Erinnerung an die Opfer blieb stärker als seine Drohungen.
Wenn wir heute über Karl Hermann Frank sprechen, sollten wir deshalb nicht nur über den Mann sprechen, der am Galgen starb.
Wir sollten über die Menschen sprechen, die seine Politik nicht überlebten.
Über die Familien von Lidice.
Über die Bewohner von Ležáky.
Über die jüdischen Familien, deren Eigentum beschlagnahmt und deren Angehörige deportiert wurden.
Über die politischen Gefangenen.
Über die Menschen, die in Konzentrationslager verschleppt wurden.
Und über die tschechische Bevölkerung, die unter einer Besatzung lebte, die jeden Widerstand mit Terror beantworten konnte.
Frank bekam ein Urteil.
Die Opfer bekamen ihr Leben nicht zurück.
Deshalb sollte man sein Todesurteil nicht als vollständige Wiedergutmachung betrachten.
Kein Urteil kann einen erschossenen Vater zurückbringen.
Kein Galgen kann eine Mutter aus einem Konzentrationslager zurückholen.
Keine Strafe kann Kindern ihre Eltern zurückgeben.
Gerechtigkeit kann die Vergangenheit nicht reparieren.
Sie kann aber festhalten, wer Verantwortung trug.
Und sie kann verhindern, dass Täter später behaupten, sie seien unschuldige Zuschauer gewesen.
Karl Hermann Frank war kein Zuschauer.
Er war ein Funktionär.
Ein SS-Führer.
Ein Polizeichef.
Ein Staatsminister.
Ein Organisator von Besatzung und Terror.
Und schließlich ein Angeklagter.
Am Ende verlor er alles, was ihm zuvor Macht gegeben hatte.
Sein Amt.
Seine Uniform.
Seine Männer.
Seine politische Stellung.
Seine Freiheit.
Und schließlich sein Leben.
Was blieb, war sein Name.
Doch nicht als Symbol für Erfolg.
Nicht als Symbol für politische Stärke.
Sondern als Name eines Mannes, dessen Karriere mit der Geschichte einer Diktatur verbunden ist, die Europa in Krieg und Vernichtung stürzte.
Wenn euch diese Geschichte über Karl Hermann Frank beschäftigt hat, schreibt gern in die Kommentare, welcher Moment euch am meisten erschüttert hat: die Besetzung Böhmens und Mährens, Franks Zusammenarbeit mit Heydrich, die Zerstörung von Lidice und Ležáky oder sein Prozess und seine letzten Stunden in Prag.
Und wenn ihr weitere historische Geschichten über die weniger bekannten Täter, Opfer und Schicksale des Zweiten Weltkriegs hören möchtet, könnt ihr den Kanal gern unterstützen, abonnieren und bei der nächsten Geschichte wieder dabei sein.
Denn Geschichte besteht nicht nur aus den Namen der großen Diktatoren.
Sie besteht auch aus den Männern, die ihre Befehle in die Realität verwandelten.
Aus den Menschen, die Widerstand leisteten.
Und vor allem aus denjenigen, deren Leben zerstört wurde und deren Namen trotzdem weiterleben.
Karl Hermann Frank wollte Lidice auslöschen.
Heute kennen Millionen Menschen den Namen Lidice.
Und vielleicht ist genau darin die letzte, stille Antwort der Geschichte.
Die Täter konnten die Häuser zerstören. Aber sie konnten die Erinnerung nicht töten.

