„Nee, Niklas Zucker und so, weißt du doch. “ Ich grinste in die Kamera und zog das erste Paket zu mir heran. „Okay, ich wette, hier ist Katzenstreu drin. “ Ja, genau.

Ich musste lachen. Die Community hatte uns schon wieder ein Riesenpaket geschickt, direkt ins Tierheim. Diesmal sogar ohne Zettel, ohne Namen – einfach nur ein großer Sack Katzenstreu. „Vielen, vielen Dank!
“ rief ich in den Stream. „Leider kein Name dabei, aber 40 Liter Katzenstreu – ihr wisst gar nicht, was uns das bedeutet. “
Und dann kam das nächste Paket. Noch ein Sack Katzenstreu.
Ich schüttelte ungläubig den Kopf. „Wie geil seid ihr, Leute? Wirklich, wie krass seid ihr? “ Katzenstreu war bei uns schon immer Mangelware gewesen.
Aber durch die Spenden der Zuschauer mussten wir dieses Jahr bisher noch nichts bestellen. Wir konnten sogar unseren zweiten Standort in Geto damit bestücken. Ich war ehrlich überwältigt. Michelle hatte mir vorhin erlaubt, die Kitten zu wiegen.
Darauf freute ich mich schon die ganze Zeit. Die kleinen Katzenbabys waren jetzt ungefähr zwei Wochen alt, und ich wollte sehen, wie viel sie zugenommen hatten. „Wir gehen jetzt einmal ganz schnell zu den Kitten“, kündigte ich an. „Danach macht Michelle den Tierheimrundgang mit euch.
“ Meine Hündin Grille sollte eigentlich auf ihrem Platz bleiben, aber sie machte natürlich wieder Dummheiten. „Du darfst auf deinen Platz gehen und da bitte bleiben. Danke. “
Im Kittenbereich angekommen, entdeckte ich Hazel, die Mutter.
Sie war gerade draußen gewesen und kam nun zurück. „Hi, Maus. Alles gut? “ Aber Hazel schien nicht gut gelaunt zu sein.
Ich holte einen Schlecki, einen Leckerli-Snack, um sie zu beruhigen. Ihre waren leer, also musste ich nach hinten ins Lager. Oder vielleicht lag ja noch etwas vorne herum. „Ich glaube, wir haben Glück“, sagte ich und griff nach der letzten Tüte.
„Wir klauen den jetzt von Frieda. “ Michelle würde später einfach neue besorgen müssen. Ich lachte leise. Dann ging ich zu der Box, in der die Kitten lagen.
„Hallo, ihr Süßen. “ Die kleinen Katzen hatten sich gut entwickelt. Der eine hatte seine Augen schon geöffnet, ein anderer versuchte es gerade. „Guckt mal, wir haben die Augen offen!
“ Auf der Waage zeigte der große 246 Gramm. „246, nicht 156“, korrigierte ich mich selbst, als ich merkte, dass ich mich zuerst verlesen hatte. Das hätte auch keinen Sinn ergeben, denn letzte Woche waren wir da schon gewesen. „246 hat dieser kleine Spatz.
“ Der zweite Kater wog 193 Gramm. „Bitte merken oder aufschreiben“, sagte ich in den Stream. „Vielen, vielen Dank. “ Ein Zuschauer hatte sogar pro Gramm pro Kitten ein bisschen gespendet – ich musste grinsen.
Ich setzte die Kleinen vorsichtig zurück in die Box. „Mami, willst du dein Baby abholen? “ Hazel kam tatsächlich herüber und holte ihr Junges ab. Es war schön zu sehen, wie sie langsam entspannter mit den Babys wurde.
„Sie macht das sehr gut“, murmelte ich. Die Kitten öffneten jetzt ihre Augen und entwickelten sich prächtig. „Da machen wir uns aktuell gar keine Gedanken. Es läuft sehr gut mit den beiden.
“
Ein Kätzchen fand sogar von alleine den Weg zurück in die Höhle, das andere folgte etwas zögerlich. Ich half nach, wo es nötig war. „Willst du noch einen Schlecki? “ Hazel schien unsicher, ob sie sich zu uns trauen sollte, aber der Snack überzeugte sie dann doch.
Sie fraß ihn auf dem Boden, während ich die Waage wegräumte. „Ich räum hier kurz ab und dann hole ich euch ab“, sagte ich zu den Zuschauern. „Ich glaube, ausgesetzt bei den Kitten ist ganz gut. “
Dann fiel mir auf, dass ich schon wieder viel länger hier war, als ich geplant hatte.
„So witzig – Michelle hat heute eigentlich gesagt, ich streame gar nicht und sie macht alles. Und jetzt hänge ich schon wieder über eine Stunde rum. “ Ich lachte über mich selbst. „Okay, Hazel traut sich gerade nicht rüber, wenn wir hier drin sind.
Dann hauen wir jetzt wieder ab. “ Ich überreichte die Moderation an Michelle, die gerade eine Pause gemacht hatte. „Hier habt ihr Zecke von ihrer süßesten Seite“, rief ich noch, bevor ich sie holen ging. Michelle kam schließlich zurück, und wir machten einen kurzen Rundgang durchs Tierheim.
Sie würde gleich mit der Maulkorberatung und ihrem Hundeschulstand für das Frühlingsfest in Geto weiterplanen. „Wir machen heute nicht zu lange“, erklärte sie, „weil ich muss noch fürs Frühlingsfest ein bisschen was vorbereiten. “ Ein Zuschauer fragte nach einem Termin für ein Fotoshooting im Juni. „Da müssen wir unser Team erst mal fragen, ob das überhaupt zustande kommt“, antwortete Michelle.
„Wir haken da noch mal nach. “
Wir gingen noch ein paar Katzen besuchen und kamen schließlich zu Frieda. „Da muss ich eventuell noch einen Schlecki organisieren“, murmelte ich, als ich die Vorräte prüfte. „Hier sind nur Knuspersnacks.
“ Ich sah zu Michelle. „Soll ich uns noch mal einen Schlecki organisieren? “ Sie nickte. „Okay, ich habe das letzte geklaut“, sagte ich grinsend.
„Dann müssen wir wohl neue holen. “ Die Runde lachte, und der Tag im Tierheim ging gemütlich weiter.


