Erschöpft flüsterte mein Bruder diese Worte in mein Ohr, und sie trafen mich wie ein eisiger Schlag: „Deine Tochter meinte, das hättest du verdient. “ Ich stand in der Eingangshalle meines eigenen Hauses, ein pensionierter Mann, und konnte nicht fassen, was ich da hörte. Meine eigene Tochter, für die ich alles geopfert hatte, hielt mich für diesen Verrat würdig. Mein Name ist Adalbert Kohlmeier, 67 Jahre alt.

Seit dem Tod meiner Frau Irmgart vor drei Jahren lebte ich ruhig in unserem Haus in Bogenhausen. Meine Tochter Konstanze, eine erfolgreiche Anwältin, hatte schon lange ein zu großes Interesse an meinem Erbe gezeigt. „Papa, du wirst älter“, sagte sie oft, „hast du über eine Vollmacht nachgedacht? “ Ich hatte ihre Warnungen ignoriert, sogar als mein Bruder Wilhelm mich warnte, sie habe „nur Eurozeichen in den Augen“.
Dann kam der Anruf. Konstanze bestellte mich in ihre Kanzlei, um die Vollmachten zu regeln. Sie klang hastig, fast drängend. Ich zögerte, aber sie legte auf, bevor ich fragen konnte.
In ihrer Kanzlei warteten stapelweise Dokumente. Sie sah aus wie eine Fremde in ihrem schwarzen Anzug. „Papa, du musst nur unterschreiben“, sagte sie. Es war eine Generalvollmacht, die mir alle Rechte über mein Leben nehmen würde.
Ich weigerte mich. Ihr Gesicht wurde hart. „Dann lassen wir eben den Richter entscheiden“, drohte sie und zog eidesstattliche Erklärungen hervor, die meine angebliche Verwirrung bezeugen sollten. „Entweder du unterschreibst freiwillig, oder ich lasse dich für entmündigungsfähig erklären.
“
Meine eigene Tochter, das Mädchen, das ich auf meinen Schultern getragen hatte, erpresste mich. Ihr Plan war klar: Sie wollte mein Haus und mein Geld. Um weiteren Schaden zu vermeiden, unterschrieb ich schließlich, gedemütigt und gebrochen. Doch das war erst der Anfang.
Kurz darauf erfuhr ich durch Zufall, dass sie mir auch finanziell betrogen hatte. Laut ihrer Abrechnung sollte ich 50. 000 Euro für sie angelegt haben, aber nur 30. 000 waren angekommen.
Die fehlenden 20. 000 waren auf ihrem Privatkonto gelandet. Der Schock über diesen Verrat saß tief, aber der schlimmste Moment kam später, als mein Bruder mir erzählte, dass meine Tochter sogar gesagt hatte, ich hätte das alles verdient. In diesem Moment wusste ich, dass ich handeln musste.
Nicht aus Rache, sondern um mein Leben zurückzuholen.


