Ich bin 67, pensionierter Polizist, und dachte, meine Tochter wäre mein ganzer Stolz. Bis ein Privatdetektiv mir Fotos auf den Tisch legte und sagte: „Es tut mir leid, aber wir wissen etwas, das…

Ich bin 67, pensionierter Polizist, und dachte, meine Tochter wäre mein ganzer Stolz. Bis ein Privatdetektiv mir Fotos auf den Tisch legte und sagte: „Es tut mir leid, aber wir wissen etwas, das...

Der graue Novembermorgen hätte ein ganz gewöhnlicher Tag werden sollen. Ich wartete auf einen Privatdetektiv, den ich beauftragt hatte, um eine harmlose Sache zu prüfen. Stattdessen legte Johann Steiner Fotos auf meinen Wohnzimmertisch, die mein Leben in Trümmer legten. Mein Name ist Friedrich Huber, 67 Jahre alt.

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Nach 42 Dienstjahren als Oberkommissar bei der Wiener Polizei war ich in Pension gegangen. Meine Frau Elisabeth war vor drei Jahren an Lungenkrebs gestorben, seitdem lebte ich allein in unserem Haus in Graz. Die Pension reichte, das Haus war abbezahlt, ich hatte Ersparnisse. Ein ruhiger Lebensabend schien mir sicher.

Meine 34-jährige Tochter Marianne arbeitete als Krankenschwester. Vor drei Monaten hatte sie mich gebeten, ihr 50. 000 Euro für eine Eigentumswohnung zu leihen. „Papa, ich zahle es dir in Raten zurück, das verspreche ich.

“ Natürlich hatte ich zugesagt. Marianne war mein einziges Kind, mein ganzer Stolz. Nach Elisabeths Tod war sie es gewesen, die sich um mich kümmerte, die jeden zweiten Tag anrief, die mich zum Mittagessen einlud. Doch dann war etwas Merkwürdiges passiert.

Marianne hatte darauf bestanden, das Geld bar zu übergeben. „Wegen der Steuern, Papa, du verstehst schon. “ Das machte mich stutzig. Als ehemaliger Polizist hatte ich gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören.

Deshalb hatte ich Steiner beauftragt, diskret zu prüfen, ob wirklich eine Wohnung gekauft wurde. Um Punkt 10 Uhr klingelte es. Johann Steiner, Mitte 50, graues Haar, randlose Brille, ein früherer Kollege von der Kriminalpolizei. Seine Miene war ernst, fast bedrückt.

Er lehnte sogar den Kaffee ab, den er sonst immer trank. Da wusste ich: Etwas stimmte nicht. „Herr Huber, was ich Ihnen zu berichten habe, wird Ihnen nicht gefallen. “

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

Hatte Marianne Schulden? Steckte sie in Schwierigkeiten? Steiner zog einen Umschlag aus seiner Ledertasche und legte mehrere Fotos auf den Tisch. Das erste zeigte Marianne in einem eleganten Restaurant, lachend, ihre Hand lag auf der eines fremden Mannes.

Gut gekleidet, teurer Anzug, Rolex. „Das ist Stefan Koller, 52 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Er besitzt mehrere Nachtclubs in Graz und Wien. “

Auf dem zweiten Foto küssten sich die beiden vor einem Hotel.

Mein Herz schlug schneller. Auf dem dritten stieg Marianne aus einem neuen BMW X5, trug ein Kleid, das teurer aussah als alles, was ich je an ihr gesehen hatte, und am Handgelenk blitzte eine goldene Uhr. „Das Foto ist von letzter Woche“, sagte Steiner. „Drei Tage, nachdem Sie ihr das Geld gegeben haben.

Mir wurde schwindelig. Sie hatte mir gesagt, sie wolle das Geld für eine Wohnung verwenden. Und jetzt das? „Ich habe auch ihre Bankkonten überprüft“, fuhr Steiner leise fort.

„Es gab keine Überweisung für eine Wohnung, aber mehrere große Barabhebungen. “

Dann traf es mich wie ein Schlag in die Magengrube: „Ihr Freund Stefan Koller hat erhebliche Spielschulden. Meine Quellen sagen, er schuldet etwa 80. 000 Euro bei sehr unangenehmen Leuten.

Menschen, die nicht gerne warten. “

Meine Tochter hatte mich belogen. Sie hatte mein hart erarbeitetes Geld einem verheirateten Mann mit Spielschulden gegeben. „Es gibt noch mehr“, sagte Steiner und zog einen USB-Stick aus der Tasche.

„Eine Audiodatei, ein Gespräch zwischen Ihrer Tochter und Herrn Koller vom gestrigen Abend. “

Ich nickte stumm. Die Aufnahme begann zu spielen. Mariannes Stimme war klar zu verstehen.

„Die 50. 000 Euro von meinem Vater haben uns Zeit gekauft, Stefan. Aber es reicht nicht. “

„Ich weiß, Liebling.

Aber dein Vater hat doch bestimmt noch mehr Geld. Er lebt allein in diesem Haus, bekommt eine gute Pension. “

„Er wird misstrauisch werden. Ich kann nicht schon wieder nach Geld fragen.

„Dann müssen wir einen anderen Weg finden. Hat er ein Testament gemacht? “

Mein Blut gefror in den Adern. „Ja, ich erbe das Haus und seine Ersparnisse.

Aber Stefan, ich kann nicht. “

„Du könntest ihm etwas in den Tee mischen. Nur ein bisschen. Genug, um ihn krank zu machen.

Dann kommst du als sorgende Tochter daher, hilfst ihm bei den Finanzen. “

„Das ist zu gefährlich. Außerdem ist er ein alter Polizist, der merkt so etwas. “

„Dann eben anders.

Ein Unfall vielleicht. Er ist alt, geht viel spazieren. Bei dem Wetter könnte er leicht stürzen. “

Ich saß da wie betäumt.

Meine eigene Tochter sprach darüber, mir etwas anzutun. Steiner ließ die Aufnahme weiterlaufen. „Stefan, ich weiß nicht. Vielleicht können wir woanders Geld auftreiben.

„Von wem denn? Marianne, die Leute, denen ich schulde, werden nicht ewig warten. Sie wissen, wo du arbeitest. Sie wissen, wo dein Vater wohnt.

Sie würden nicht zögern, euch beiden weh zu tun. “

„Wie viel Zeit haben wir noch? “

„Zwei Wochen. Höchstens.

Marianne, dein Vater ist alt. Er hat ein gutes Leben gehabt. Wenn ihm etwas zustößt, wäre das tragisch. “

„Hör auf.

Ich denke nach. Gib mir noch ein paar Tage. “

Die Aufnahme endete. Tränen verschwammen meine Sicht.

Marianne, meine kleine Prinzessin, die mich nach Elisabeths Tod getröstet hatte, plante meinen Tod. „Was empfehlen Sie mir? “, fragte ich, ohne mich umzudrehen. „Gehen Sie zur Polizei.

Der Betrug ist eindeutig. “

„Nein. Noch nicht. “

Steiner sah mich überrascht an.

„Aber Herr Huber –“

„Ich war 42 Jahre bei der Polizei. Ich kenne das System. Sie würden Marianne verhaften, aber mit einem guten Anwalt käme sie mit Bewährung davon. Stefan Koller würde behaupten, er habe nur Spaß gemacht, und die wirklichen Verbrecher liefen weiter frei herum.

Ich setzte mich wieder hin und sah Steiner direkt in die Augen. „Ich will mehr Beweise. Ich will alles über Stefan Koller wissen. Seine Schulden, seine Gläubiger, seine Geschäfte.

Ich will wissen, wer diese Leute sind, die meine Familie bedrohen. “

„Das könnte gefährlich werden. “

Ein kaltes Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. „Herr Steiner, ich habe jahrzehntelang mit den gefährlichsten Kriminellen Österreichs zu tun gehabt.

Glauben Sie mir, ich weiß, wie man mit solchen Menschen umgeht. “

Zwei Wochen vergingen. Zwei Wochen, in denen ich jeden Tag schauspielerte, wenn Marianne anrief oder mich besuchte. „Hallo Papa, wie geht es dir?

“, fragte sie mit ihrer liebevollen Stimme, während ich wusste, dass sie mit einem Mann zusammen war, der überlegte, mir zu schaden. Aber diese zwei Wochen hatte ich nicht verschwendet. Steiner hatte gründlich gearbeitet. Die Gläubiger von Stefan Koller waren die Brüder Alexander und Viktor Petrof, zwei Bulgaren, die in Graz illegale Geschäfte betrieben: Geldwäsche, Schutzgelderpressung, illegales Glücksspiel.

Sie hatten schon mehrere Schuldner besucht, die anschließend monatelang im Krankenhaus gelegen hatten. Und dann hatte Steiner noch etwas Interessanteres herausgefunden: Die Petrof-Brüder waren bereits im Visier einer Sonderkommission. Mein ehemaliger Kollege Hauptkommissar Werner Hoffmann leitete die Ermittlungen. Werner schuldete mir noch einen Gefallen.

An diesem kalten Dezembermorgen klingelte mein Handy. Mariannes Name erschien auf dem Display. „Guten Morgen, Papa. Wie geht es dir denn heute?

„Gut, meine Liebe. “ Ich biss mir fast auf die Zunge. „Ich wollte dich fragen, könntest du heute Nachmittag zu mir kommen? Ich möchte dir etwas zeigen.

Mein Herz schlug schneller. Das war es. Sie wollte mich zu sich locken. „Natürlich.

Worum geht es denn? “

„Ach, nur eine kleine Überraschung. Sagen wir um 3 Uhr? “

„Gerne.

Soll ich etwas mitbringen? “

„Nein, Papa, bring einfach nur dich mit. “

Nach dem Telefonat rief ich sofort Werner an. „Werner, hier ist Friedrich.

Es ist soweit. “

„Alles klar, wir sind bereit. Die Überwachung läuft bereits seit einer Stunde. “

Um 14:30 Uhr fuhr ich zu Mariannes Wohnung in der Grazer Innenstadt.

Sie lebte in einem modernen Apartmenthaus, das sich eine Krankenschwester eigentlich nicht leisten konnte. Jetzt wusste ich, woher das Geld dafür gekommen war. Marianne öffnete die Tür mit einem strahlenden Lächeln. Sie trug ein neues, teures Kleid – bezahlt von meinen 50.

000 Euro. „Papa, schön, dass du da bist. “ Sie küsste mich auf die Wange, und ich musste mich zusammenreißen, um nicht zurückzuzucken. Im Wohnzimmer saß Stefan Koller auf dem Sofa.

Er stand auf und reichte mir die Hand. „Herr Huber, schön, Sie kennenzulernen. Marianne hat so viel von Ihnen erzählt. “

Ich schüttelte seine Hand und sah ihm direkt in die Augen.

„Freut mich auch, Stefan. Marianne hat Ihren Namen erwähnt. “ Das stimmte nicht, aber ich wollte sehen, wie er reagierte. Ein nervöses Zucken um seine Augen verriet mir, dass er nicht mit dieser Antwort gerechnet hatte.

Marianne brachte Kaffee. Ihre Hände zitterten. Dann begann sie: „Papa, wir haben dich hierher gebeten, weil wir dir etwas Wichtiges sagen müssen. “

Stefan nahm ihre Hand.

„Herr Huber, Marianne und ich, wir sind ein Paar. Wir lieben uns. “

Ich tat so, als wäre ich überrascht. „Oh, das ist eine Überraschung.

Seit wann denn? “

„Seit einigen Monaten. Papa, ich weiß, es ist kompliziert, weil Stefan verheiratet ist. “

„Verheiratet?

Stefan, Sie sind verheiratet? “

Stefan wurde rot. „Ja, aber die Ehe ist schon lange vorbei. Wir leben getrennt.

“ Das war eine Lüge, und ich wusste es. Steiner hatte herausgefunden, dass Stefan noch immer mit seiner Frau zusammenlebte. „Warum erzählt ihr mir das alles? “, fragte ich.

Marianne und Stefan tauschten einen Blick aus. Dann holte Stefan tief Luft. „Herr Huber, wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Ich habe geschäftliche Probleme.

Ich schulde einigen Leuten Geld, und sie werden ungeduldig. “

„Wie viel Geld? “

„80. 000 Euro.

Ich tat so, als würde ich schwer schlucken. „Das ist eine Menge Geld. “

„Papa“, sagte Marianne mit flehendem Ton, „könntest du uns helfen? Ich weiß, du hast Ersparnisse.

„Marianne, das kann ich nicht von deinem Vater verlangen“, protestierte Stefan gespielt. Aber ich konnte sehen, dass er genau darauf gewartet hatte. „Und was passiert, wenn ihr das Geld nicht auftreibt? “, fragte ich.

Stefan wurde bleich. „Die Leute, denen ich schulde, sind nicht zimperlich. Sie haben schon Andeutungen gemacht, dass sie Marianne oder Ihnen etwas antun könnten. “

Perfekt.

Er hatte sich gerade selbst belastet. „Mir? Warum sollten Sie mir etwas antun? “

„Weil Sie Mariannes Familie sind.

Diese Leute schrecken vor nichts zurück. “

Ich stand auf und ging zum Fenster. „Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Ich muss darüber nachdenken.

„Papa, bitte“, flehte Marianne. „Wir haben sonst niemanden. “

Ich drehte mich zu ihnen um. „80.

000 Euro. Das ist praktisch mein gesamtes Erspartes. “

„Wir würden es dir zurückzahlen“, sagte Stefan. „Mit Zinsen.

„Wann? “

„Sobald meine Geschäfte wieder laufen. “

Ich setzte mich wieder hin. „Ihr wollt also, dass ich euch 80.

000 Euro gebe, um eure Schulden bei gefährlichen Kriminellen zu bezahlen? “

„Ja“, sagten beide gleichzeitig. Ich ließ eine lange Pause entstehen. Dann lächelte ich.

„In Ordnung. Ich helfe euch. “

Marianne sprang auf und umarmte mich. „Oh Papa, danke.

Du rettest uns das Leben. “

„Aber“, sagte ich und machte mich von ihrer Umarmung frei, „ich habe eine Bedingung. “

Stefan wurde aufmerksam. „Welche?

„Ich will diese gefährlichen Leute treffen. Ich will mit ihnen sprechen und sicherstellen, dass sie euch nach der Bezahlung wirklich in Ruhe lassen. “

Stefan und Marianne starrten mich an. „Papa, das ist zu gefährlich“, sagte Marianne.

„Ich war 42 Jahre lang Polizist. Ich kann auf mich aufpassen. Und ich gebe niemandem 80. 000 Euro, ohne zu wissen, mit wem ich es zu tun habe.

Stefan räusperte sich. „Das könnte arrangiert werden. Die Brüder Petrof sind geschäftstüchtige Männer. Sie werden verstehen.

„Gut. Rufen Sie sie an. Sagen Sie ihnen, dass Mariannes Vater das Geld hat und sie treffen möchte. “

Stefan holte sein Handy hervor und wählte eine Nummer.

Er sprach auf Bulgarisch, aber ich verstand genug, um zu wissen, dass er ein Treffen für den Abend arrangierte. „Sie wollen uns um 20 Uhr in ihrem Büro treffen“, sagte er. „In der Annenstraße. “

„Perfekt.

Dann fahren wir zusammen hin. “

Am Abend holte ich Stefan und Marianne ab. Während der Fahrt waren beide nervös. Stefan schaute ständig in die Rückspiegel, Marianne nagte an ihren Fingernägeln.

„Papa, bist du sicher, dass du das willst? “, fragte sie zum dritten Mal. „Ganz sicher, meine Liebe. “

Das Büro der Petrof-Brüder lag in einem heruntergekommenen Gebäude in der Annenstraße.

Im zweiten Stock empfingen uns zwei muskulöse Männer. Alexander und Viktor Petrof sahen genauso aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte: groß, kräftig, kalte Augen, teure Anzüge, die ihre kriminelle Natur nicht verbergen konnten. „Herr Koller“, sagte Alexander mit starkem bulgarischen Akzent. „Sie haben unsere Geduld strapaziert.

„Ich weiß“, antwortete Stefan nervös. „Aber wie ich am Telefon gesagt habe, hier ist Herr Huber. Er hat das Geld. “

Viktor musterte mich von Kopf bis Fuß.

„Sie sind der Vater? “

„Friedrich Huber“, sagte ich und reichte ihm die Hand. „Und Sie sind die Herren, die meiner Tochter gedroht haben? “

Die Atmosphäre im Raum wurde eisig.

Alexander lächelte kalt. „Wir drohen nicht, Herr Huber. Wir stellen nur Fakten dar. Stefan schuldet uns Geld.

Wenn er nicht zahlt, müssen wir Maßnahmen ergreifen. “

„Welche Maßnahmen? “

„Das wollen Sie nicht wissen. “

Ich holte einen Umschlag aus meiner Jacke.

„80. 000 Euro. Alles da. “

Viktor griff nach dem Umschlag, aber ich zog ihn zurück.

„Moment. Zuerst möchte ich eine Garantie, dass meine Familie nach dieser Zahlung in Ruhe gelassen wird. “

„Sie haben unser Wort“, sagte Alexander. „Das reicht mir nicht.

“ Ich zog ein kleines Aufnahmegerät aus der Tasche. „Ich möchte, dass Sie es offiziell erklären. “

Die Brüder starrten auf das Gerät. Stefan und Marianne wurden leichenblass.

„Was soll das? “, fragte Viktor drohend. „Routine“, sagte ich ruhig. „Ich bin pensionierter Polizist.

Ich dokumentiere alles. “

Alexander trat einen Schritt näher. „Polizist? “

„Oberkommissar Friedrich Huber.

42 Jahre bei der Wiener Polizei. “ Ich lächelte kalt. „Und bevor Sie etwas Dummes machen: Draußen warten Kollegen von mir. “

Wie auf Kommando krachten in diesem Moment die Türen auf.

Schwer bewaffnete Polizisten der Sonderkommission stürmten herein. „Polizei! Hände hoch! Niemand bewegt sich!

Werner Hoffmann folgte den Beamten. „Alexander und Viktor Petrof, Sie sind verhaftet wegen Schutzgelderpressung, Geldwäsche und Bedrohung. “

Die Brüder wurden zu Boden geworfen und gefesselt. Stefan stand da wie erstarrt.

Marianne schrie auf. „Papa, was hast du getan? “

Ich sah sie mit kalten Augen an. „Ich habe Gerechtigkeit geschaffen, Marianne.

Werner kam zu mir herüber. „Friedrich, hast du die Aufnahmen? “

Ich reichte ihm das Aufnahmegerät und den USB-Stick mit Mariannes und Stefans Gespräch. „Alles da.

Erpressung, Bedrohung und Verschwörung zum Betrug. “

„Stefan Koller und Marianne Huber“, sagte Werner, „Sie sind ebenfalls verhaftet. “

Während die Handschellen um Mariannes Handgelenke klickten, sah sie mich mit Tränen in den Augen an. „Papa, wie konntest du mir das antun?

Ich bin deine Tochter. “

Ich trat dicht vor sie hin. „Du bist nicht mehr meine Tochter. Meine Tochter hätte mich niemals belogen, bestohlen und meinen Tod geplant.

„Ich wollte dir nie etwas antun. Das war alles Stefan. “

„Ich habe die Aufnahme gehört, Marianne. Du warst einverstanden.

Stefan wurde an mir vorbeigeführt. Er spuckte in meine Richtung. „Sie verdammter alter Mann! Sie haben alles ruiniert!

„Ich habe meine Familie vor einem Verbrecher beschützt“, antwortete ich ruhig. Drei Monate später saß ich in meinem Wohnzimmer und las die Zeitung. Die Schlagzeile lautete: „Kriminelles Netzwerk in Graz zerschlagen. Tochter plante Vaters Tod für Spielschulden.

Stefan Koller war zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Petrof-Brüder bekamen zehn Jahre. Marianne erhielt drei Jahre wegen Beihilfe zum Betrug und Verschwörung. Das Telefon klingelte.

Es war Werner. „Friedrich, ich wollte dir nur sagen, dass die Staatsanwaltschaft sehr zufrieden ist. Durch deine Informationen konnten wir das gesamte Netzwerk ausrollen. “

„Das freut mich, Werner.

„Wie geht es dir? Es kann nicht leicht sein. “

Ich blickte auf das gerahmte Foto von Marianne an der Wand. Langsam stand ich auf und drehte es mit dem Gesicht zur Wand.

„Es geht mir gut, Werner. Sehr gut sogar. “

Nach dem Telefonat setzte ich mich wieder in meinen Sessel. Die 50.

000 Euro hatte ich zurückbekommen. Mein Haus war sicher, meine Zukunft gesichert. Marianne hatte versucht, mich aus dem Gefängnis anzurufen. Ich hatte das Gespräch abgelehnt.

Sie hatte mir einen Brief geschrieben, in dem sie um Verzeihung bat. Ich hatte ihn ungelesen in den Müll geworfen. Ein Vater, der seine Familie liebt, würde alles für seine Kinder tun. Aber wenn diese Kinder zu Feinden werden, wenn sie einen verraten und sogar den Tod planen, dann ist die Zeit der Liebe vorbei.

Dann ist die Zeit der Gerechtigkeit gekommen. Und Friedrich Huber hatte seine Gerechtigkeit bekommen.