MORITAKE TANABE — DER JAPANISCHE GENERAL, DER DEN KRIEG IN CHINA MITERLEBTE UND 1949 AM GALGEN ENDETE

MORITAKE TANABE — DER JAPANISCHE GENERAL, DER DEN KRIEG IN CHINA MITERLEBTE UND 1949 AM GALGEN ENDETE

TEIL 1 — DER WEG NACH NANJING

Am 18. September 1931 begann in Ostasien ein Konflikt, dessen Folgen weit über die Grenzen Chinas und Japans hinausreichen sollten. In der Mandschurei, einer rohstoffreichen Region im Nordosten Chinas, explodierte ein kleiner Sprengkörper an der von Japan kontrollierten Südmandschurischen Eisenbahn. Der Schaden war gering. Doch die japanische Armee nutzte den Zwischenfall als Vorwand, um militärisch gegen chinesische Gebiete vorzugehen. Wenige Monate später befand sich die gesamte Mandschurei unter japanischer Kontrolle. Tokio errichtete den Marionettenstaat Mandschukuo. Was zunächst wie ein regionaler Konflikt erschien, wurde zum Auftakt einer immer aggressiveren japanischen Expansion auf dem asiatischen Festland. Sechs Jahre später führte ein Schuss an der Marco-Polo-Brücke zur offenen Eskalation. Peking fiel. Shanghai wurde zum Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des Krieges. Und im Dezember 1937 marschierten japanische Truppen in Nanjing ein. Was danach geschah, wurde zu einem der schlimmsten Massaker des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges. Einer der japanischen Offiziere, dessen militärische Laufbahn ihn mitten in diese Ereignisse führte, war Generalleutnant Moritake Tanabe. Seine Geschichte ist die Geschichte eines Berufsoffiziers, der im Laufe von Jahrzehnten immer höhere Positionen im japanischen Militärapparat erreichte und schließlich nach dem Krieg selbst vor einem Gericht stehen sollte.

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Wenn dich die weniger bekannten Biografien hinter den großen Kriegsverbrechen interessieren, bleib bis zum Ende dabei. Denn Tanabes Geschichte endet nicht mit der japanischen Niederlage 1945. Sie führt weiter zu einem Militärtribunal, einem Todesurteil und einer Hinrichtung, bei der ein ehemaliger japanischer General selbst die Konsequenzen eines Krieges tragen musste, den er jahrelang mitgetragen hatte.

Moritake Tanabe wurde am 26. Februar 1889 in der Präfektur Ishikawa im damaligen Kaiserreich Japan geboren. Sein Vater war ehemaliger Samurai und später Oberst der kaiserlichen Armee. Für einen Jungen, der in einer solchen Familie aufwuchs, war der Militärdienst mehr als nur ein Beruf. Er war Teil einer Tradition. Japan hatte sich seit der Meiji-Restauration in wenigen Jahrzehnten von einem weitgehend feudalen Staat zu einer modernen Militär- und Industrienation entwickelt. Die Armee spielte dabei eine zentrale Rolle. Disziplin, Loyalität gegenüber dem Kaiser und militärischer Dienst wurden hoch angesehen.

Tanabe entschied sich früh für diesen Weg.

Nach seiner militärischen Vorbereitung besuchte er die Kaiserliche Heeresoffiziersschule und schloss sie 1910 ab. Später absolvierte er die Heereshochschule, deren Ausbildung er bis 1918 durchlief. Diese Institutionen waren wichtige Kaderschmieden der japanischen Armee. Wer dort erfolgreich war, konnte auf eine lange Karriere im Offizierskorps hoffen.

Tanabes erste Stationen führten ihn in verschiedene Bereiche des Militärs. Er gehörte zur 16. Division, die in Kyoto stationiert war. Diese Division war während der letzten Phase des Russisch-Japanischen Krieges entstanden. Der Krieg von 1904 und 1905 hatte Japan einen enormen Prestigegewinn gebracht. Zum ersten Mal hatte eine asiatische Großmacht eine europäische Großmacht in einem modernen Krieg besiegt. Dieser Erfolg stärkte in Japan das Vertrauen in die eigene militärische Stärke.

Doch mit diesem Selbstbewusstsein wuchs auch der Einfluss des Militärs.

Tanabe arbeitete zunächst als Ausbilder an einer Infanterieschule. Später wurde er Militärattaché an der japanischen Botschaft in Frankreich. Diese Tätigkeit gab ihm Einblick in europäische Militärstrukturen und internationale Politik. Danach übernahm er das Kommando über ein Bataillon des 61. Infanterieregiments und arbeitete anschließend im Heeresministerium.

Seine Karriere verlief damit nicht ausschließlich an der Front.

Er lernte auch die organisatorische Seite des Krieges kennen.

Mobilisierung.

Versorgung.

Personal.

Planung.

Industrie.

Diese Erfahrungen sollten später von großer Bedeutung sein.

Zwischen 1933 und 1934 war Tanabe erneut als Ausbilder an der Heeresinfanterieschule in Toyama tätig. Anschließend übernahm er vom 1. August 1934 bis zum 7. März 1936 eine wichtige Funktion in der wirtschaftlichen Mobilisierung des Heeresministeriums. In einer Zeit, in der Japan seine industrielle und militärische Kapazität immer stärker auf einen möglichen großen Krieg ausrichtete, war diese Tätigkeit keineswegs nebensächlich.

1936 kehrte Tanabe in den aktiven militärischen Bereich zurück.

Er wurde mit dem 34. Infanterieregiment verbunden und anschließend zum Generalmajor befördert. Wieder übernahm er eine Führungsfunktion an der Heeresinfanterieschule in Toyama.

Doch während Tanabe innerhalb der militärischen Hierarchie aufstieg, veränderte sich die politische Lage in Ostasien dramatisch.

Japan benötigte Rohstoffe.

Öl.

Kohle.

Eisen.

Holz.

Gummi.

Andere industrielle Ressourcen.

Das japanische Kaiserreich war wirtschaftlich hochentwickelt, verfügte jedoch über vergleichsweise begrenzte eigene Rohstoffvorkommen. Die Mandschurei schien deshalb besonders attraktiv.

Die Region war reich an Kohle und anderen Bodenschätzen.

Außerdem bot sie strategische Vorteile.

Sie lag an der Grenze zur Sowjetunion.

Sie konnte als Pufferzone dienen.

Und sie ermöglichte Japan, seinen Einfluss auf dem chinesischen Festland auszubauen.

Am 18. September 1931 kam es zum sogenannten Mukden-Zwischenfall.

Japanische Truppen kontrollierten bereits Teile der Südmandschurischen Eisenbahn. Nun wurde in der Nähe von Mukden, dem heutigen Shenyang, ein kleiner Sprengkörper an den Gleisen gezündet. Der Schaden war minimal.

Doch die japanische Armee behauptete, chinesische Kräfte seien verantwortlich.

Die Explosion wurde zum Vorwand.

Japanische Truppen rückten vor.

Mukden fiel.

Weitere Städte entlang der Eisenbahnlinie wurden besetzt.

Die japanische Zivilregierung hatte die Operation nicht in dieser Form genehmigt.

Eine Kriegserklärung gab es ebenfalls nicht.

Doch die militärische Führung setzte sich durch.

Bis Februar 1932 war der organisierte chinesische Widerstand in der Mandschurei weitgehend gebrochen.

Am 1. März wurde Mandschukuo ausgerufen.

Auf dem Papier war es ein unabhängiger Staat.

Tatsächlich stand er unter japanischer Kontrolle.

Die internationale Reaktion war zunächst scharf.

Der Völkerbund setzte die Lytton-Kommission ein, um den Konflikt zu untersuchen. Ihr Bericht kam zu dem Schluss, dass Japan für die Eskalation verantwortlich war und die Eroberung der Mandschurei nicht als legitime Reaktion auf einen chinesischen Angriff betrachtet werden konnte.

Japan akzeptierte diese Einschätzung nicht.

Am 27. März 1933 trat das Kaiserreich aus dem Völkerbund aus.

Damit war ein deutliches Signal gesetzt.

Japan war bereit, seine Expansion auch gegen internationalen Widerstand fortzusetzen.

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen japanischen und chinesischen Kräften.

Doch keiner dieser Konflikte führte sofort zum vollständigen Krieg.

Bis zum Juli 1937.

In der Nacht zum 7. Juli kam es in der Nähe der Marco-Polo-Brücke bei Peking zu einem Zwischenfall. Japanische Soldaten führten ein Manöver durch und verlangten Zugang zu Wanping, um nach einem Soldaten zu suchen. Die chinesische Garnison verweigerte den Zutritt.

Ein Schuss fiel.

Dann wurde geschossen.

Was als lokaler Zwischenfall hätte beendet werden können, entwickelte sich innerhalb weniger Wochen zu einem Krieg.

Die Verhandlungen scheiterten.

Die Truppenstärken wuchsen.

Die Kämpfe breiteten sich aus.

Und plötzlich standen China und Japan in einem Krieg, der acht Jahre dauern sollte.

Für China wurde er zum Widerstandskrieg gegen die japanische Invasion.

Für Japan war er Teil einer größeren imperialen Expansion.

Tanabe wurde im Oktober 1937 zum Stabschef der neu gebildeten 10. Armee ernannt. Diese Einheit war innerhalb der Zentralchinesischen Expeditionsarmee aufgebaut worden, um die japanischen Kräfte nach den schweren Kämpfen um Shanghai zu verstärken.

Shanghai war zu diesem Zeitpunkt bereits zum Schlachtfeld geworden.

Die Kämpfe begannen am 13. August 1937.

Was folgte, war eine der größten und verlustreichsten Schlachten des gesamten Krieges.

Die chinesische Armee versuchte, die japanischen Truppen aus der Stadt zu verdrängen.

Japan setzte zusätzliche Kräfte ein.

Am Ende waren fast eine Million Soldaten auf verschiedenen Seiten in die Kämpfe verwickelt.

Die Schlacht zog sich über mehr als drei Monate.

Es wurde an Land gekämpft.

Aus der Luft.

Auf dem Wasser.

In den Straßen.

Haus um Haus.

Die chinesischen Truppen leisteten erheblichen Widerstand.

Doch Japan verfügte über große militärische Ressourcen und konnte zusätzliche Einheiten anlanden.

Im November begann der chinesische Rückzug.

Die japanischen Truppen rückten nach Westen vor.

Ihr Ziel war Nanjing.

Die damalige Hauptstadt Chinas.

General Matsui Iwane, der die japanischen Kräfte in Shanghai führte, machte deutlich, dass Nanjing erobert werden sollte.

Er glaubte, der Fall der Hauptstadt könne die chinesische Regierung zum Zusammenbruch bringen.

Tanabes 10. Armee wurde Teil dieser Operation.

Damit bewegte sich Tanabe mit seinen Truppen auf eine Stadt zu, die bald zum Schauplatz eines der bekanntesten Kriegsverbrechen des Japanisch-Chinesischen Krieges werden sollte.

Schon auf dem Weg von Shanghai nach Nanjing berichteten chinesische Zivilisten und ausländische Beobachter von Übergriffen japanischer Soldaten.

Plünderungen.

Gewalt.

Tötungen.

Misshandlungen von Gefangenen.

Und schließlich kam es zu einem Vorfall, der besonders viel Aufmerksamkeit erregte.

Japanische Offiziere sollen einen makabren Wettbewerb veranstaltet haben, bei dem es darum ging, wer zuerst hundert Menschen mit dem Schwert töten konnte.

Japanische Zeitungen berichteten darüber in einer Weise, die den Wettbewerb wie ein sportliches Ereignis erscheinen ließ.

Für die Opfer bedeutete es jedoch nicht Sport.

Es bedeutete Tod.

Die Berichte über solche Taten zeigen, wie weit die Gewalt bereits eskaliert war, bevor Nanjing überhaupt eingenommen wurde.

Am 9. Dezember erreichten japanische Kräfte die Verteidigungslinien der Stadt.

Ein großer Teil der Zivilbevölkerung war bereits geflohen.

Zuerst waren wohlhabendere Familien gegangen.

Dann Teile der Mittelschicht.

Viele Menschen versuchten, die Stadt mit Fahrzeugen oder auf andere Weise zu verlassen.

Doch nicht jeder konnte fliehen.

Arme Familien.

Alte Menschen.

Kranke.

Menschen ohne Transportmöglichkeit.

Sie blieben zurück.

Ausländische Bürger, die sich in Nanjing aufhielten, versuchten gleichzeitig, einen geschützten Bereich für Zivilisten einzurichten.

Die Nanjing-Sicherheitszone wurde vom Internationalen Komitee für die Nanjing Safety Zone organisiert.

An seiner Spitze stand John Rabe, ein deutscher Geschäftsmann und NSDAP-Mitglied, der sich trotz seiner eigenen politischen Zugehörigkeit für den Schutz chinesischer Zivilisten einsetzte.

Die Sicherheitszone wurde zu einem Zufluchtsort für Frauen, Kinder, ältere Menschen und andere Nichtkombattanten.

Sie konnte zehntausende Menschen schützen.

Doch außerhalb der Zone war die Situation völlig anders.

Am Mittag des 9. Dezember warfen japanische Flugzeuge Flugblätter über Nanjing ab.

Die Bevölkerung wurde zur Aufgabe aufgefordert.

Es wurde keine Gnade versprochen, falls die Stadt Widerstand leisten sollte.

Die chinesische Garnison kapitulierte nicht.

Die japanische Führung setzte den Angriff fort.

Am 12. Dezember befahl General Tang Sheng-chi schließlich den Rückzug der chinesischen Truppen.

Was danach geschah, war chaotisch.

Einige chinesische Soldaten versuchten, ihre Uniformen abzulegen und sich unter die Zivilbevölkerung zu mischen.

Andere wurden beim Fluchtversuch von eigenen Einheiten aufgehalten oder getötet.

Die japanischen Truppen rückten näher.

Am 13. Dezember marschierten japanische Einheiten in Nanjing ein.

Der organisierte Widerstand war weitgehend zusammengebrochen.

Doch für die Bevölkerung begann nun eine Katastrophe.

Die folgenden Wochen wurden von willkürlichen Tötungen, Vergewaltigungen, Plünderungen und Brandstiftungen geprägt.

Chinesische Soldaten wurden gefangen genommen.

Viele wurden nicht nach den Regeln des Kriegsrechts behandelt.

Einige wurden zu den Ufern des Jangtse gebracht.

Dort wurden Gruppen von Gefangenen erschossen.

Andere wurden auf andere Weise getötet.

Die Zahl der Opfer lässt sich bis heute nicht auf eine einzige unbestrittene Zahl reduzieren.

Historiker diskutieren über den genauen Umfang.

Doch die Dimension des Massakers steht außer Frage.

Zehntausende Menschen wurden ermordet.

Und zahlreiche Frauen wurden Opfer sexueller Gewalt.

Die Verbrechen trafen nicht nur Soldaten.

Sie trafen Familien.

Kinder.

Alte Menschen.

Menschen, die keinerlei militärische Funktion hatten.

Die Gewalt dauerte Wochen.

Plünderungen und Brandstiftungen zerstörten Teile der Stadt.

Gebäude gingen in Flammen auf.

Besitztümer wurden geraubt.

Familien wurden auseinandergerissen.

Nanjing wurde zu einem Symbol der Gewalt des japanischen Imperialismus in China.

Und Tanabes 10. Armee war Teil der japanischen Streitkräfte, die an diesem Vormarsch beteiligt waren.

Die Frage nach seiner persönlichen Verantwortung sollte später schwieriger zu beantworten sein als die Frage nach seiner militärischen Präsenz.

Denn ein Stabschef einer Armee war nicht automatisch der direkte Befehlshaber jedes einzelnen Soldaten.

Aber seine Stellung machte ihn zu einem Teil der militärischen Führung, die die Operation durchführte.

Genau diese Unterscheidung sollte nach dem Krieg von Bedeutung werden.

Tanabes Einheit wurde offiziell im Februar 1938 aufgelöst.

Doch seine Karriere ging weiter.

Im Oktober 1939 wurde er zum Generalleutnant befördert.

Von März bis November 1941 war er Stabschef der japanischen Nordchina-Armee.

Danach kehrte er nach Japan zurück.

Ende 1941 wurde er stellvertretender Chef des Generalstabs der Kaiserlich Japanischen Armee.

In dieser Position befand er sich nun im Zentrum der japanischen strategischen Planung.

Und genau zu diesem Zeitpunkt stand Japan vor der Entscheidung, ob es den Krieg gegen die westlichen Alliierten ausweiten würde.

Der Pazifik würde bald brennen.

Pearl Harbor würde die Vereinigten Staaten in den Krieg führen.

Und Tanabe gehörte zu den Offizieren, die diesen Kurs nicht uneingeschränkt unterstützten.

Er lehnte den Angriff auf Pearl Harbor ab.

Er vertrat eine defensivere Strategie.

Seine Vorstellung bestand darin, die alliierten Streitkräfte möglichst weit von ihren eigenen Versorgungsbasen zu entfernen und ihre Nachschublinien zu verlängern.

Doch die japanische Führung entschied anders.

Am 7. Dezember 1941 griff Japan Pearl Harbor an.

Der Krieg im Pazifik begann in voller Stärke.

Japan erzielte zunächst große Erfolge.

Doch die strategische Lage verschlechterte sich.

Auf Guadalcanal gerieten die japanischen Streitkräfte in einen verlustreichen Abnutzungskrieg.

Tanabe war später an der Beendigung dieser Kampagne beteiligt.

Doch Japan konnte den Krieg nicht mehr in seinem Sinne wenden.

1943 wurde Tanabe nach Sumatra versetzt.

Dort übernahm er das Kommando über die 25. Armee innerhalb der Siebten Regionalarmee.

Sumatra war inzwischen Teil des japanischen Besatzungsraums.

Und auch dort wurden Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter eingesetzt.

Eine Eisenbahnstrecke sollte gebaut werden.

Sie sollte Kohle und militärische Güter transportieren.

Die Arbeiter mussten unter äußerst schlechten Bedingungen arbeiten.

Viele Gefangene litten unter Hunger, Krankheiten, Erschöpfung und Gewalt.

Tanabe blieb bis zum Ende des Krieges auf seinem Posten.

Doch inzwischen hatte sich der Krieg gegen Japan gewendet.

Die amerikanischen Streitkräfte rückten im Pazifik vor.

Die Sowjetunion bereitete sich auf ihren Kriegseintritt gegen Japan vor.

Japan war militärisch erschöpft.

Die Städte wurden bombardiert.

Die Versorgung brach zusammen.

Und im August 1945 fiel die Entscheidung, die Japan für Jahre vermeiden wollte.

Das Kaiserreich kapitulierte.

Am 2. September 1945 wurde die Kapitulation offiziell unterzeichnet.

Der Krieg war vorbei.

Für Millionen Menschen bedeutete dies das Ende der Kämpfe.

Für ehemalige japanische Offiziere begann nun die Frage nach der Verantwortung.

Moritake Tanabe wurde von den niederländischen Behörden festgenommen.

Er wurde nach Medan auf Sumatra gebracht.

Dort sollte er sich vor einem niederländischen Militärgericht verantworten.

Doch die Anklage bezog sich nicht auf die Verbrechen von Nanjing.

Sie betraf Verbrechen im niederländisch-ostindischen Besatzungsgebiet.

Die Ermittler untersuchten die Behandlung von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern.

Tanabe stand nun vor Richtern, die nicht mehr Teil der japanischen Militärhierarchie waren.

Keine Beförderung konnte ihm helfen.

Kein Vorgesetzter konnte ihn schützen.

Keine militärische Uniform konnte seine Verantwortung verdecken.

Und die entscheidende Frage lautete:

Was hatte dieser General während des Krieges gewusst?

Was hatte er angeordnet?

Was hatte er verhindert?

Und was hatte er zugelassen?

Die Antworten sollten über sein Leben entscheiden.

FORTSETZUNG IN TEIL 2