Manchmal klingelt mitten in der Nacht das Telefon, und die Stimme am anderen Ende gehört einer Toten. Vor vier Jahren starb meine Tochter Clara, doch letzte Nacht flüsterte sie mir durch den…

Manchmal klingelt mitten in der Nacht das Telefon, und die Stimme am anderen Ende gehört einer Toten. Vor vier Jahren starb meine Tochter Clara, doch letzte Nacht flüsterte sie mir durch den...

„Papa, mach mir auf. Draußen ist es kalt. “ Ich stand wie angewurzelt vor der Haustür, als ich diese Stimme hörte. Meine Tochter Clara war seit vier Jahren tot.

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Es begann um ein Uhr morgens, als das Festnetztelefon klingelte und die Stille des alten Hauses zerriss. Ich war 68, seit dem Tod meiner Frau Marion vor fünf Jahren und meiner Tochter vor vier Jahren lebte ich allein in diesem viel zu großen Haus. Mein Herz hämmerte, als ich den Hörer abnahm. Eine leise Frauenstimme flüsterte: „Papa, ich bin’s.

Mach mir die Tür auf, es ist kalt. “

Ich dachte an einen bösen Scherz oder daran, dass ich endlich den Verstand verlor. „Meine Tochter ist seit vier Jahren tot“, sagte ich mit vor Anstrengung fester Stimme. Doch dann sagte die Stimme einen Satz, den nur Clara und ich kannten, den wir in einer Nacht ohne Strom erfunden hatten, als sie als Kind geweint hatte.

Dieser Satz riss alle meine Erinnerungen in zwei Hälften. Ich lief zur Tür und schaute durch den Spion. Niemand stand davor, nur der neblige Regen und die leere Straße. Doch mein Handy vibrierte auf dem Küchentisch, und auf dem Display stand: „Eingehender Anruf von Clara“.

Ich nahm ab, und wieder war diese Stimme da, klagend und nah: „Ich kann zu Hause nicht still sitzen bleiben, Papa. Mir ist so kalt. “

Meine Angst verwandelte sich in etwas anderes, in eine Mischung aus Wahnsinn und Hoffnung. Ich zog meinen Mantel an und trat hinaus.

Auf der anderen Straßenseite, in der Nähe des alten Suppenstandes, stand eine Frau. Sie trug einen dünnen Mantel, ihr Gesicht war verdeckt. Ich rief ihren Namen, aber sie drehte sich um und ging in eine dunkle Gasse. Ich folgte ihr durch einen schmalen Flur in einen kleinen Raum voller Metallregale.

Dort blieb sie stehen und drehte sich zu mir um. Ihre Augen waren nicht die meiner Tochter, aber ihre Stimme klang täuschend echt. Sie sagte: „Ich weiß nicht, ob ich dich Vater oder Fremder nennen soll, aber danke, dass du gekommen bist. “ Ich zitterte, als sie weiter sprach: „Die Anrufe, die Spuren, die Puppe auf deiner Veranda – das war ich nicht allein.

“ Sie zog ein altes Foto aus der Tasche – ein Bild von mir mit Clara und Marion. „Deine Tochter hatte eine Schwester, die du nie kennengelernt hast. Sie wurde vor vier Jahren weggenommen, in derselben Nacht, in der Clara starb. Sie sucht dich jetzt.

Und sie ist nicht allein. “

Ich hörte hinter mir ein leises Kratzen an der Tür.