Ich war ein Narr. Ich dachte, ich kenne meine eigene Tochter, aber ich kannte sie kein bisschen. Vor drei Monaten zog meine 28-jährige Tochter Sabrina nach ihrer Scheidung wieder bei mir ein. Ich wollte ihr helfen, ein guter Vater sein.

Die ersten Wochen waren normal. Sie half im Haushalt, kochte manchmal, wir sahen abends gemeinsam fern. Aber dann begann sie sich zu verändern. Ihr Blick wurde kalt, distanziert.
Sie sprach kaum noch mit mir und verschwand stundenlang mit ihrem neuen Freund Kevin, einem schmierigen Kerl Anfang dreißig, der nie gearbeitet hatte und ständig Geld von ihr wollte. Ich war besorgt, aber ich wollte sie nicht bedrängen. Ich hätte es tun sollen. Es war ein Donnerstag im Oktober.
Ich lag in meinem Bett, müde nach einem langen Tag im Garten. Meine Arthritis plagte mich, also hatte ich Schmerzmittel genommen. Ich schlief tief und fest, als mich plötzlich dieses eisige Gefühl weckte: Ich wurde beobachtet. Ich öffnete vorsichtig die Augen.
Und da stand sie. Sabrina, mitten in der Nacht in der Tür zu meinem Schlafzimmer. Sie starrte mich an, bewegungslos wie eine Statue. Im fahlen Mondlicht sah ihr Gesicht aus wie eine Maske.
Kalt, emotionslos, berechnend. Mein Herz raste. „Sabrina?


