Ich stand mit unserem neuen Herdenschützer Misho am Tor und wollte ihm den frisch angekommenen Maulkorb anprobieren. „Der ist von einem Maßschneider, aber ich habe eine Befürchtung, dass er zu…

Ich stand mit unserem neuen Herdenschützer Misho am Tor und wollte ihm den frisch angekommenen Maulkorb anprobieren. „Der ist von einem Maßschneider, aber ich habe eine Befürchtung, dass er zu...

„Zecke, komm jetzt! “ Ich hielt die Schleppleine in der Hand und versuchte, den kleinen Wirbelwind einzufangen, während ich gleichzeitig mein Handy stabilisierte. Das Internet war mal wieder am Streiken, und ich stand mitten auf einem Feldweg, weit weg vom Tierheim. „Leute, wenn ich gleich wieder da bin, gebt mir Bescheid, ob ihr mich hört.

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Oder seht. Oder beides. Oder ob ich immer noch weg bin. “

Paul, der Schäferhund, schaute mich gelassen an, als ob er genau wüsste, dass ich gerade gegen die Technik verlor.

„Du machst das toll, Paul. Wir sind alle sehr beeindruckt. “ Ich lachte, als ich fast in einen Graben rutschte, und drehte das Handy wieder zu mir. „Okay, ich geh noch zwei Meter in die Richtung, und dann geht’s zurück.

Sonst verliere ich euch ganz. “

Als das Signal zurückkam, atmete ich auf. „Willkommen zurück. Sorry, Leute, ich war nur kurz weg.

“ Ich schwenkte die Kamera, um nicht zu viel vom Hintergrund zu zeigen. „Ja, süßer Kerl, schlecht ansprechbar. Sein Namen ignoriert er konsequent. Zecke ist ein nerviger Hund, aber das wusste ich schon.

Ich musste lachen, als Paul gegen die Tür rannte. „Kannst du dir nicht ausdenken. Der ist einfach gegen die Tür gerannt. “ Ich band Zecke kurz an, weil sie eines dieser Talente hatte, die mir graue Haare machten.

„Das Problem ist, Leute, falls ihr euch gefragt habt, warum Zecke angebunden ist, wenn wir streamen: Dieses Tier öffnet Türen. Wirklich. Sie hat schon mehrfach ihre Box aufgekriegt und ist dann hier im Tierheim spazieren gegangen. Das ist ein bisschen ungünstig, wenn man sie nicht anbindet.

Ich packte Paul weg und sammelte die Leine ein. „So, jetzt mache ich noch schnell was zu trinken für mich und dann schauen wir uns Mishis neuen Maulkorb an. Der ist frisch eingetroffen und ich muss gucken, ob er passt oder ob wir noch etwas anderes bestellen müssen. “

Im Pausenraum angekommen, kramte ich nach einem Glas, während Jenny mir etwas zurief.

„Ich esse kein Industriezucker“, sagte ich zu ihr, als sie mir eine Rolle Kekse hinhielt. „Ach komm, kannst du kurz mal zeigen, wie groß die Rolle ist, die du gekauft hast, und dann sagen, du isst keinen Industriezucker? “, fragte sie lachend. „Wenn man die Rolle isst, ist man reizlos, quasi.

“ Ich musste grinsen. „Ich finde es gut, dass du keinen Industriezucker isst. Man darf auch mal konsequent sein. Vor ein paar Jahren habe ich anderthalb Jahre zuckerfrei gelebt.

Und heute hatte ich ein Frühstück mit Beeren. Die Nerven brauchen, was sie brauchen. “

Ich nahm einen Löffel, roch an dem Joghurt und verzog das Gesicht. „Oh, das riecht ungesund.

Ich liebe es. “ Jenny schüttelte den Kopf, aber sie wusste, dass ich nicht aufhören würde. „Willst du ein Glas? “, fragte ich und hielt es hoch.

„Ich bringe gleich noch frisches Wasser für die Hunde. “

Dann kam das Thema auf Sicherheit. „Es ist schon ein kleines Fort hier“, sagte ich und stellte das Glas ab. „Man kommt nur mit Termin rein, das Tor muss explizit geöffnet werden, und am Wochenende fährt Security rum, wenn die Mitarbeiter nicht da sind.

“ Jenny, die gerade etwas suchte, schaute auf. „Wie kommst du da überhaupt rein? “, fragte ich sie. Sie lachte und zeigte auf ihre Tasche.

„Ich habe einfach den Deckel drauf gemacht. Platz ist wieder drauf. “ Ich schüttelte den Kopf. „Was wollen Einbrecher im Tierheim?

“, fragte ich mehr mich selbst. „Es gab schon Leute, die am Tor standen und versucht haben, ihre Tiere zurückzuholen, die vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden. Deswegen haben wir hervorragende Wächter. Vor allem, wenn der zweite Zaun zu ist und unser rumänischer Herdenschützer freiläuft.

Ich stand auf. „So, jetzt mache ich erstmal die Milchprobe und dann bekommt Rosalie einen Mittagssnack. “ Ich sammelte ihre Sachen ein und ging nach draußen. „Adie, bis später“, rief ich in den Raum.

Die Sonne brannte, und ich wischte mir über die Stirn. „Leute, dieses Wetter ist nicht meins. Ich mag 17 Grad und leichten Nieselregen. Sobald die Sonne mein Gesicht berührt, kriege ich schlechte Laune.

Ich ging zu Mishis Gehege. Der kleine Kerl, ein junger Herdenschutzhund mit einem dicken Fell, schaute mich aufmerksam an. „Hallo, mein Großer. Wollen wir mal dein neues Schnutenkäppchen ausprobieren?

“ Ich hielt den Maulkorb hoch, den wir in einer Verkaufsgruppe gefunden hatten. „Der ist von einem Maßschneider, meine Befürchtung ist, dass er ein bisschen kurz ist. Aber wir schauen jetzt erstmal. “

Ich band ihn an und versuchte, den Maulkorb anzulegen, während er geduldig wartete.

„Oh ja, deutlich besser als der alte. Die Form passt sich gut an den Kopf an. Nasenlänge, sehr gut. Abstand zu den Augen, sehr gut.

Hächeln kann er damit auch deutlich besser. “ Ich trat einen Schritt zurück und betrachtete ihn stolz. „Ich bin happy. Aber ich habe eine kleine Befürchtung.

“ Ich deutete auf die Unterseite. „Da unten an der Kehle bräuchte es noch einen Riemen, der zurück zum Draht läuft. Dann haben wir eine Maßanfertigung, mein Spatz. “

Ich wollte gerade das Tor öffnen, als er anfing zu drängeln.

„Nein, geht nicht. Geduld, mein Freund. Geduld. “ Ich schüttelte den Kopf.

„Wir müssen hier raus, aber so läuft das nicht. Du musst lernen, dass du nicht immer einfach durchbrettern kannst. “ Er schaute mich an, trat einen Schritt zurück und schaute dann wieder nach vorne. „Gut, so ist es brav.

Draußen angekommen, spazierten wir langsam an den Gehegen vorbei. Ich ließ ihn schnüffeln und blieb stehen, um mit den Zuschauern zu reden. „Der sieht so lieb aus, kann mir gar nicht vorstellen, dass der böse ist“, las ich aus dem Chat vor. Ich nickte.

„Na ja, gut. Hunde sind nicht böse, weil sie böse aussehen. Und böse aussehen ist ja auch immer subjektiv. Manche sehen einen Rottweiler und denken, der ist gefährlich.

Für mich sehen die gar nicht böse aus. Aber hier zeigt er sich mit Fremden wirklich eklig am Gitter. Da möchte niemand seine Hand einfach reinstecken, glaubt mir. Deswegen ist der Maulkorb angebracht.

Mit mir vertraue ich ihm inzwischen sehr. Auf dem Auslauf trägt er keinen mehr. Anfangs hat er auch bei mir eingetragen, weil man es noch nicht einschätzen konnte. “

Ich blieb stehen und schaute ihn an.

„Er hat auch versucht, sich einen Postboten zu greifen. Es wurde keiner verletzt, aber es hätte schlimm enden können. Da war er noch nicht mal ein Jahr alt. Und diese Hunde reifen sehr spät.

Mit drei Jahren, manchmal später, werden sie erst richtig erwachsen. Bis dahin sind sie kleine Flauschbabys, aber sie zeigen schon eine Ernsthaftigkeit, die man ernst nehmen muss. “

Wir liefen weiter, und ich genoss den Schatten, wo es ging. „Für solche Schlachtschiffe einen Maulkorb zu finden, ist nicht leicht.

Genauso schlimm ist es für ganz kleine Hunde oder für Hunde ohne Nasenrücken. Das ist eine echte Herausforderung. Und das Stück hier hat jemand Privates verkauft. Sie hat es für ihren eigenen Hund anfertigen lassen, aber es hat nicht richtig gepasst.

Muss ein riesiges Vieh gewesen sein. Und jetzt ist es bei uns. Das passende Gegenstück für unseren Mishi. “

Ich seufzte und wischte mir den Schweiß ab.

„Ich überlege gerade, ob ich noch etwas Neues zu erzählen habe, was seit Mittwoch passiert ist. Aber ich glaube, so viel war nicht los. Jenny hat wahrscheinlich schon erzählt, dass Isa am Freitag Interessenten hatte, oder? Es waren gar nicht die, die angekündigt waren, sondern die hatten spontan am Vortag abgesagt.

Aus verständlichen Gründen. Manchmal verändern sich Dinge im Leben, weshalb es nicht geht. Aber dann sind die anderen ganz schnell nachgerutscht. Jetzt bin ich mal gespannt, wie es läuft.

Ich blieb stehen und drehte mich zu Mishi um. „Komm, wir drehen wieder um. Du bist am Keuchen. “ Er ließ sich von der Hitze nicht aus der Ruhe bringen.

Er trottete neben mir her, den neuen Maulkorb locker sitzend, und ich wusste, dass dieser kleine Kerl auf dem richtigen Weg war. Sicher, kontrolliert, aber frei genug, um zu lernen, dass Geduld und Vertrauen Hand in Hand gehen.