Die Wahrsagerin hatte meiner Mutter von mir erzählt, noch bevor ich das Licht der Welt erblickte. Sie sagte, mein Junge wird zu sehr lieben und mehr als ein Herz brechen. Er wird süße Frauen zum Lachen und zum Weinen bringen. Ich habe immer gespürt, dass etwas an mir anders ist.

Vielleicht lag es an dem schwarzen Katzen-Anhänger, den ich seit Jahren bei mir trage, oder an dem Gefühl, dass mein Herz von Natur aus traurig ist. Dann kam der Brief. Einfach so, ohne Vorwarnung. Meine Freundin schrieb mir, dass es zwischen uns vorbei ist.
Dass sie mit mir fertig ist. Kein Grund, keine Erklärung, nur diese Worte, die mich wie ein Schlag trafen. Ich habe alles für sie getan. Habe ihr das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu sein.
Habe gelacht mit ihr und geweint mit ihr. Und jetzt sitze ich hier, mit diesem Brief in der Hand, und frage mich, wo ich falsch abgebogen bin. Vielleicht hatte die Wahrsagerin recht. Vielleicht bin ich wirklich dazu verdammt, Frauen zu lieben und sie dann gehen zu lassen.
Vielleicht bin ich wirklich der Mann der Mitternacht, der dazu bestimmt ist, allein zu sein. Ich höre ihre Stimme in meinem Kopf, wie sie sagt: „Ich bin fertig mit dir. ” Diese Worte hallen in mir wider, während ich die Straßen entlanglaufe, die wir zusammen gegangen sind. Jede Ecke erinnert mich an sie.
Jedes Lied, das im Radio läuft, scheint von uns zu handeln. Die Leute sagen, ich bin zerrissen. Sie sehen es an meinem Blick, an meiner Art zu gehen. Ich lache, um zu verbergen, was in mir vorgeht, aber jeder kann es sehen.
Ich bin der Mitternachtsmann, aber niemand weiß, wie viel Schmerz hinter dieser Fassade steckt. Ich versuche, stark zu sein. Versuche, so zu tun, als ob es mir nichts ausmacht. Aber nachts, wenn die Stadt schläft, bin ich allein mit meinen Gedanken.
Ich frage mich, ob ich jemals wirklich geliebt habe oder ob ich nur die Liebe gespielt habe, bis sie nicht mehr perfekt war. Die Frauen kommen und gehen. Jede hinterlässt ihre Spuren in mir. Manche bringen mich zum Lachen, andere zum Weinen.
Aber am Ende bleiben sie nicht. Vielleicht, weil ich sie nicht halten kann. Vielleicht, weil ich nicht weiß, wie man wirklich liebt. Ich erinnere mich an die letzten Worte meiner Mutter, bevor sie starb.
Sie sagte mir, dass ich immer stark sein soll, egal was kommt. Aber sie wusste nicht, wie schwer das ist, wenn man sich innerlich zerbrochen fühlt. Jetzt stehe ich vor ihrem Haus. Ich weiß nicht, warum ich hierher gekommen bin.
Vielleicht, weil ich Antworten will. Vielleicht, weil ich hoffe, dass sie ihre Meinung ändert. Aber als ich das Licht in ihrem Fenster sehe, merke ich, dass sie längst weitergemacht hat. Ich drehe mich um und gehe weg.
Der schwarze Katzen-Anhänger liegt schwer auf meiner Brust, als ob er mich an etwas erinnern will. Und ich weiß, dass ich morgen wieder aufwachen werde, um zu lachen und zu weinen, und dass ich trotzdem weitermachen werde, als wäre nichts gewesen.


