Das Summen der Leuchtstoffröhren im St. Georg Klinikzentrum hatte etwas Nervtötendes, aber Krankenschwester Helena Berger hatte längst gelernt, es zu ignorieren. Es war zwei Uhr morgens, die ruhigste Zeit der Nacht, doch in dieser Nacht lag eine Spannung in der Luft, die sie nicht einordnen konnte. Auf Bett B lag ein Mann, bewusstlos, in Schweiß gebadet, mit einer Wunde, die nicht von der Straße stammte.

Sie war chirurgisch präzise gesetzt, aber stark infiziert. Er war ohne Ausweis eingeliefert worden, man hatte ihn in einer Gasse gefunden, nur ein paar Straßen entfernt. Kein Handy, keine Brieftasche, nur abgetragene Stiefel und ein T-Shirt, das einen Körper bedeckte, der eher an einen Elitekämpfer erinnerte als an einen Obdachlosen.
Seine Temperatur war kritisch, und während Helena den Tropf prüfte, murmelte er im Fieber Koordinaten, militärisch präzise.


