Es war Montag, und wir hatten unseren ersten Arbeitstag. Was für eine Katastrophe. Alles begann am Samstag, als wir für ein Video ins Stadtzentrum fuhren. Dort kamen ein paar Jungs auf uns zu – Promoter von Yandex.

Sie fragten, ob wir nicht arbeiten wollten. Wir dachten: Warum nicht? Sie nannten uns einen Betrag, der sich ganz okay anhörte. Sie schrieben uns später und baten uns, schon am Montag zu kommen, nicht erst am Dienstag.
Wir sagten zu. Also fuhren wir hin. Als wir ankamen, war da niemand. Nur ein Stand.
Irgendwann kam dann einer und erklärte uns die Arbeit: Wir sollten Leute ansprechen, ihnen einen QR-Code zeigen, und die sollten in ihrem Browser eine Einstellung für Yandex vornehmen. Mehr nicht. Wir zogen also los. Drei Stunden lang liefen wir durch die ganze Innenstadt.
Wissen Sie, wie viel wir verdient haben? Hundert Rubel. Vielleicht zweihundert. Für zwei Personen.
Es war drückend heiß, wir waren den ganzen Weg zu Fuß unterwegs – 20. 000 Schritte am ersten Tag. Dann stellten sie uns einen Typen namens Artyom als eine Art Mentor zur Seite. Der sollte uns zeigen, wie man die Leute überzeugt.
Am Ende des ersten Tages hatten wir zusammen siebenhundert Rubel gemacht. Dreihundertfünfzig pro Person. Der zweite Tag war die Hölle. Wir kamen an, und die Leute sind wortwörtlich vor uns weggerannt.
Wir gingen auf jemanden zu, sagten: „Entschuldigung, können wir einen Moment Ihrer Zeit haben? “ – und die Person drehte sich einfach um und lief weg. Die meisten antworteten nicht einmal. Wir fragten uns durch.
Manche waren einverstanden, aber dann funktionierte bei uns die Technik nicht, oder die Person hatte schon einmal mitgemacht. Am Ende des Tages hatten wir zweihundert Rubel. Und nur eine Handvoll Leute hatten überhaupt zugestimmt. Ich schrieb dem Chef, dass wir nach Hause müssten – es war schon spät, und wir hatten eine lange Fahrt vor uns.
Da bekam ich eine Sprachnachricht vom Stellvertreter: „Mädels, seid ihr noch ganz bei Trost? Ihr müsst heute mindestens zehn Leute schaffen. Geht noch ein bisschen durch die Gegend. “
Also riefen wir alle unsere Bekannten an, die ein iPhone hatten.
Drei Freundinnen sagten zu. Wir jagten sie durch die ganze Stadt, fanden die eine, machten es bei ihr. Dann bei ihrem Bruder. Und das war es.
Mehr schafften wir nicht. Ich schrieb ihm, dass wir es zeitlich nicht mehr schaffen würden. Er hat nur gelesen. Nicht geantwortet.
Später, als ich in der internen Gruppe herumlas, sah ich, dass sie für alles Strafen verhängen – fürs Zuspätkommen, für alles Mögliche. Da wurde mir klar: Das ist kein Job, das ist eine Falle. Und wir sind da freiwillig reingetappt.


